Schonzeiten
Schonzeiten und Fangmasse im Kanton St. Gallen
Alle Arten, die das Fischereirecht des Kantons St. Gallen führt — mit Schonzeit, Fangmass und Fundstelle im amtlichen Erlass. Die Werte stehen über der Untergrenze des Bundes, die für die ganze Schweiz gilt.
| Art | Schonzeit | Fangmass | Fundstelle |
|---|---|---|---|
| Bachforelle +5 | 01.10.–28.02. | 25 cm | Art. 5 und Art. 6 FV SG i.V.m. Anhang 1 («Generelle Schonzeiten») und Anhang 2 FV SG |
| Seeforelle +5 | 01.10.–28.02. | 60 cm | Art. 5 und Art. 6 FV SG i.V.m. Anhang 1 und Anhang 2 FV SG |
| Regenbogenforelle +4 | 01.10.–28.02. | 25 cm | Art. 5 und Art. 6 FV SG i.V.m. Anhang 1 und Anhang 2 FV SG |
| Bachsaibling | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | — |
| Seesaibling (Rötel) +5 | 01.10.–31.01. | 22 cm | Art. 5 und Art. 6 FV SG i.V.m. Anhang 1 und Anhang 2 FV SG |
| Felchen +6 | 01.11.–10.01. | 30 cm | Art. 5 und Art. 6 FV SG i.V.m. Anhang 1 und Anhang 2 FV SG |
| Äsche +5 | 01.02.–30.04. | 35 cm | Art. 5 und Art. 6 FV SG i.V.m. Anhang 1 und Anhang 2 FV SG |
| Hecht +5 | 01.03.–30.04. | 50 cm | Art. 5 und Art. 6 FV SG i.V.m. Anhang 1 und Anhang 2 FV SG |
| Egli / Flussbarsch / Barsch +2 | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | — |
| Zander +2 | keine Schonzeit | 40 cm | Art. 6 FV SG i.V.m. Anhang 2 FV SG (Fangmass); Anhang 1 FV SG führt den Zander nicht auf |
| Trüsche | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | — |
| Wels | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | — |
| Aal +1 | keine Schonzeit | 50 cm | Art. 6 FV SG i.V.m. Anhang 2 FV SG (Fangmass); Anhang 1 FV SG führt den Aal nicht auf |
| Karpfen +1 | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | — |
| Schleie +1 | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | — |
| Alet / Döbel | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | — |
| Rotauge / Schwal | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | — |
| Brachsme / Brachsmen | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | — |
| Barbe | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | — |
| Nase | ganzjährig geschont | im Kantonsrecht nicht geführt | Art. 4 Abs. 1 FV SG i.V.m. Art. 2a VBGF und Anhang 1 VBGF (Gefährdungsstatus 1); ausdrücklich bestätigt in den Fischereibestimmungen Alpenrhein («Ganzjährig geschont sind Bachneunaugen, Schneider, Strömer, Nasen, Bitterlinge, Moderlieschen») und in den Fischereibestimmungen Bodensee-Obersee, Ziff. IV.1 |
| Lachs | ganzjährig geschont | im Kantonsrecht nicht geführt | Art. 4 Abs. 1 FV SG i.V.m. Art. 2a Abs. 1 VBGF und Anhang 1 VBGF (Gefährdungsstatus 0 «ausgestorben») |
| Edelkrebs / Krebse +2 | 01.10.–31.07. | 12 cm | Art. 5 und Art. 6 FV SG i.V.m. Anhang 1 und Anhang 2 FV SG; Art. 15 FV SG (Bewilligungspflicht) |
| Steinkrebs | ganzjährig geschont | im Kantonsrecht nicht geführt | Art. 4 Abs. 2 lit. b FV SG |
| Dohlenkrebs | ganzjährig geschont | im Kantonsrecht nicht geführt | Art. 4 Abs. 2 lit. b FV SG |
| Schneider | ganzjährig geschont | im Kantonsrecht nicht geführt | Art. 4 Abs. 2 lit. a FV SG; bestätigt in den Fischereibestimmungen Alpenrhein und Bodensee-Obersee des ANJF |
| Strömer | ganzjährig geschont | im Kantonsrecht nicht geführt | Art. 4 Abs. 2 lit. a FV SG; bestätigt in den Fischereibestimmungen Alpenrhein und Bodensee-Obersee des ANJF |
| Moderlieschen | ganzjährig geschont | im Kantonsrecht nicht geführt | Art. 4 Abs. 2 lit. a FV SG; bestätigt in den Fischereibestimmungen Alpenrhein und Bodensee-Obersee des ANJF |
| Bitterling | ganzjährig geschont | im Kantonsrecht nicht geführt | Art. 4 Abs. 1 FV SG i.V.m. Art. 2a VBGF und Anhang 1 VBGF (Gefährdungsstatus 2); ausdrücklich genannt in den Fischereibestimmungen Alpenrhein und Bodensee-Obersee des ANJF |
| Bachneunauge | ganzjährig geschont | im Kantonsrecht nicht geführt | Art. 4 Abs. 1 FV SG i.V.m. Art. 2a VBGF und Anhang 1 VBGF (Gefährdungsstatus 2); ausdrücklich genannt in den Fischereibestimmungen Alpenrhein des ANJF |
| Kaulbarsch | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | — |
| Bachmuschel | ganzjährig geschont | im Kantonsrecht nicht geführt | Art. 4 Abs. 2 lit. c FV SG |
| Teichmuschel | ganzjährig geschont | im Kantonsrecht nicht geführt | Art. 4 Abs. 2 lit. c FV SG |
„+n" heisst: In n Gewässern dieses Kantons gelten abweichende Werte — Konkordatsseen, Grenzstrecken, Bergseen. Details auf der jeweiligen Artseite. Ohne Gewähr.
Besonderheiten im Kanton St. Gallen
- St.Gallen kennt fünf nebeneinander bestehende Regime, die sich in Schonzeiten und Fangmassen deutlich unterscheiden. (1) BASIS: Die kantonale Fischereiverordnung (Art. 5 und 6 FV i.V.m. Anhang 1 «Generelle Schonzeiten» und Anhang 2 «Fangmasse») gilt für die Pachtgewässer (Bäche, Flüsse, Weiher) und subsidiär für alle Gewässer ohne Sonderregime. (2) ALPENRHEIN: Anhang 1 und 2 FV führen für den Alpenrhein eine eigene Spalte; ergänzend gelten die amtlichen «Fischereibestimmungen für den st.gallischen Rhein» des Amtes für Natur, Jagd und Fischerei (ANJF). (3) BODENSEE-OBERSEE: Es gilt das internationale Regime der Internationalen Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei (IBKF), umgesetzt durch die Verordnung des UVEK (SR 923.31), ergänzt durch die kantonale Verordnung sGS 854.312 und die jährlichen Fischereibestimmungen des ANJF. (4) ZÜRICHSEE/OBERSEE, WALENSEE UND LINTHKANAL: Konkordat der Kantone ZH, SZ, GL und SG (sGS 854.351) mit je eigenen Ausführungsbestimmungen der Fischereikommission (sGS 854.351.1 Walensee, 854.351.2 Linthkanal, 854.351.3 Zürichsee/Obersee).
- WEITERE KERNPUNKTEPatentgewässer sind Bodensee, Walensee, Zürichsee und Obersee sowie Linthkanal und Rhein (Art. 24 Abs. 1 FV); alle übrigen Gewässer sind Pachtgewässer. Fangzahl: sechs Edelfische (Äschen, Felchen, Forellen, Saiblinge) je Angelfischerin oder Angelfischer und Tag (Art. 12 FV); abweichende Tagesfanglimiten gelten am Zürichsee/Obersee (§ 14 AB), am Walensee (§ 19 AB), am Linthkanal (§ 11 AB, zusätzlich Jahreslimite von 100 Edelfischen) und am Bodensee (30 Barsche, 5 Saiblinge). Nachtfangverbot (Art. 13 FV): während der Sommerzeit von 23.00 bis 04.00 Uhr, in der übrigen Zeit von 19.00 bis 06.00 Uhr; am Zürichsee/Obersee und am Walensee gelten stattdessen Fangzeiten von 04.00 bis 23.00 Uhr (Sommerzeit) bzw. 05.00 bis 22.00 Uhr (Winterzeit), am Linthkanal 04.00 bis 23.00 Uhr bzw. 06.00 bis 20.00 Uhr, am Bodensee eine Stunde vor Sonnenaufgang bis eine Stunde nach Sonnenuntergang (Aal- und Welsfang vom Ufer bis 01.00 Uhr). Widerhaken sind grundsätzlich verboten (Art. 10 Abs. 1 FV); wer über einen Sachkundenachweis verfügt, darf sie in Seen und Stauhaltungen für die Hegenen- und Schleppangelfischerei verwenden (Art. 10 Abs. 2 FV, § 15 AB Walensee, § 12 AB Zürichsee/Obersee); im Linthkanal sind Widerhaken ausnahmslos verboten (§ 6 AB Linthkanal). Ruten: eine in fliessenden, zwei in stehenden Gewässern; höchstens drei einfache Haken oder zwei Mehrfachhaken je Rute, Mehrfachhaken in fliessenden Gewässern nur im Alpenrhein (Art. 8 FV). Während der Forellenschonzeit sind in fliessenden Gewässern Löffel, Spinner sowie künstliche und natürliche Köderfische und das Setzen auf Grund verboten (Art. 9 FV). Lebende Köderfische sind verboten; geschonte und standortfremde Arten dürfen nicht als Köderfische verwendet werden (Art. 11 FV). Am Bodensee ist «Catch and Release» ausdrücklich untersagt und alle gefangenen Fische sind unverzüglich zu töten; die Hälterung lebender Fische ist am Zürichsee/Obersee verboten (§ 15 Abs. 2 AB). Watverbot: im Rhein auf der st.gallisch-graubündnerischen Grenzstrecke zwischen Grenzstein Nr. 2 (km 24.3) und dem Ende des rechtsseitigen Rheinwuhrs (km 33.6) (Art. 14 FV); im Linthkanal vom 1. November bis 30. April (§ 13 AB Linthkanal). Schongebiete: Zürichsee/Obersee — Fischereiverbot im Radius von 100 m um 13 Bachmündungen vom 16. November bis 31. Januar (Anhang V AB); Walensee — Seez- und Linthmündung vom 1. September bis 25. Dezember (Anhang AB Walensee); Bodensee — Goldach, Steinach, Luxburger Bucht und Güttingen vom 1. November bis 31. Januar (Art. 17ter V Bodensee SG), Hafen Rorschach vom 1. April bis 30. September, Freibad Seegarten Goldach vom 1. Mai bis 15. September; Linthkanal — drei ganzjährige Schongebiete nach Anhang AB Linthkanal. Das ANJF kann für einzelne Gewässer die Schonzeiten ändern, zusätzliche Schonzeiten einführen, das Fangmass ändern und Fangfenster festlegen (Art. 5 Abs. 2 und Art. 6 Abs. 3 FV) — die aktuellen Merkblätter des Amtes sind daher zusätzlich zum Verordnungstext zu beachten. In Pachtgewässern legt der Pachtvertrag zusätzliche Auflagen fest (Art. 22 Abs. 3 FiG); die Fischereivereine können strengere Vereinsvorschriften erlassen.
Wie gemessen wird
Art. 6 Abs. 2 FV SG: Das Fangmass wird gemessen «bei Fischen von der Kopfspitze bis zu den Enden der natürlich ausgebreiteten Schwanzflosse», «bei Krebsen vom Stirnschnabel bis zum Schwanzende». Abweichend im Bodensee-Obersee: Art. 27 Abs. 3 V UVEK Bodensee-Obersee (SR 923.31) — «der Abstand von der Kopfspitze bis zum Ende der zusammengelegten Schwanzflosse». Im Zürichsee/Obersee und im Walensee: § 5 AB Zürichsee/Obersee bzw. § 6 Abs. 1 AB Walensee — «von der Kopfspitze bis zum Ende der Schwanzflosse». Im Linthkanal: § 9 Abs. 1 AB Linthkanal — «von der Kopfspitze bis zum Ende der natürlich ausgebreiteten Schwanzflosse».
Erlasse, auf denen diese Seite fusst
Für den Kanton St. Gallen wurden 12 Erlasse im Volltext ausgewertet, dazu das Bundesrecht. Jeder Wert in der Tabelle trägt seine Fundstelle.
- Rechtsgrundlage 1
- Gesetz über die Fischerei sowie den Schutz der im Wasser lebenden Tiere und deren Lebensgrundlagen (Fischereigesetz) (sGS 854.1)
- Fassung
- vom 10. Juni 2008 (Stand 1. Oktober 2017); vom Kantonsrat erlassen am 16. April 2008, in Vollzug ab 1. Januar 2009, nGS 44–31
- Quelle abgerufen am
- 15. August 2026 · amtlicher Volltext
- Rechtsgrundlage 2
- Fischereiverordnung (sGS 854.11)
- Fassung
- vom 2. Dezember 2008 (Stand 1. April 2026); Grunderlass nGS 44–32, in Vollzug ab 1. Januar 2009; Anhang 1 und Anhang 2 zuletzt geändert durch III. Nachtrag vom 24. Februar 2026, nGS 2026-009, in Vollzug ab 1. April 2026
- Quelle abgerufen am
- 15. August 2026 · amtlicher Volltext
- Rechtsgrundlage 3
- Taxtarif für die Fischerei (sGS 854.2)
- Fassung
- vom 8. November 1977 (Stand 1. Januar 2018); zuletzt geändert durch IX. Nachtrag vom 5. Dezember 2017, nGS 2018-015
- Quelle abgerufen am
- 15. August 2026 · amtlicher Volltext
- Rechtsgrundlage 4
- Verordnung über die Fischerei im Bodensee-Obersee (sGS 854.312)
- Fassung
- vom 27. März 1984 (Stand 1. Januar 2018); Grunderlass nGS 19–48, in Vollzug ab 1. Juli 1984
- Quelle abgerufen am
- 15. August 2026 · amtlicher Volltext
- Rechtsgrundlage 5
- Verordnung des UVEK über die Fischerei im Bodensee-Obersee (SR 923.31)
- Fassung
- vom 9. Oktober 1997, Stand 1. Januar 2024 (Änderung vom 27. November 2023, AS 2023 757 — ganzjährige Schonzeit für Felchen). Setzt die Beschlüsse der Internationalen Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei (IBKF) für den schweizerischen Teil des Bodensee-Obersees um.
- Quelle abgerufen am
- 15. August 2026 · amtlicher Volltext
- Rechtsgrundlage 6
- Fischereibestimmungen im Bodensee-Obersee – Zusammenzug für den Angelfischer (—)
- Fassung
- Amt für Natur, Jagd und Fischerei des Kantons St.Gallen, St.Gallen Dezember 2025; die ab 1. Januar 2026 neu geltenden Regelungen sind im Dokument grau hinterlegt
- Quelle abgerufen am
- 15. August 2026 · amtlicher Volltext
- Rechtsgrundlage 7
- Fischereibestimmungen für den st.gallischen Rhein (—)
- Fassung
- Amt für Natur, Jagd und Fischerei des Kantons St.Gallen, Ausgabe 2026; amtlicher Auszug der für den Rhein relevanten Vorschriften aus dem kantonalen Fischereigesetz (sGS 854.1) und der Fischereiverordnung (sGS 854.11)
- Quelle abgerufen am
- 15. August 2026 · amtlicher Volltext
- Rechtsgrundlage 8
- Übereinkunft zwischen den Kantonen Zürich, Schwyz, Glarus und St.Gallen über die Fischerei im Zürichsee, Linthkanal und Walensee (sGS 854.351)
- Fassung
- vom 10. September 1993 (Stand 13. Juli 2007); Beitritt des Kantons St.Gallen durch GRB vom 28. September 1994, vom Bundesrat genehmigt am 12. Dezember 1994, in Vollzug ab 1. Januar 1994, nGS 29–93
- Quelle abgerufen am
- 15. August 2026 · amtlicher Volltext
- Rechtsgrundlage 9
- Ausführungsbestimmungen über die Fischerei im Walensee (sGS 854.351.1)
- Fassung
- vom 14. Juni 2010 (Stand 1. Januar 2011); Beschluss der Fischereikommission für den Zürichsee, Linthkanal und Walensee, vom UVEK genehmigt am 23. Februar 2011, nGS 46–64
- Quelle abgerufen am
- 15. August 2026 · amtlicher Volltext
- Rechtsgrundlage 10
- Ausführungsbestimmungen über die Fischerei im Linthkanal (sGS 854.351.2)
- Fassung
- vom 14. Juni 2010 (Stand 1. Januar 2025); zuletzt geändert durch Beschluss der Fischereikommission vom 13. Juni 2024, nGS 2024-056, in Vollzug ab 1. Januar 2025
- Quelle abgerufen am
- 15. August 2026 · amtlicher Volltext
- Rechtsgrundlage 11
- Ausführungsbestimmungen über die Fischerei im Zürichsee und Obersee (sGS 854.351.3)
- Fassung
- vom 13. Juli 2007 (Stand 1. Januar 2026); zuletzt geändert durch Beschluss der Fischereikommission vom 16. Juni 2025, nGS 2025-052, in Vollzug ab 1. Januar 2026
- Quelle abgerufen am
- 15. August 2026 · amtlicher Volltext
- Rechtsgrundlage 12
- Verordnung zum Bundesgesetz über die Fischerei (VBGF) (SR 923.01)
- Fassung
- vom 24. November 1993, Stand 1. Januar 2021
- Quelle abgerufen am
- 15. August 2026 · amtlicher Volltext
- Rechtsgrundlage 13
- Verordnung vom 24. November 1993 zum Bundesgesetz über die Fischerei (SR 923.01)
- Fassung
- Vom 24. November 1993, Stand am 1. Januar 2021
- Quelle abgerufen am
- 15. August 2026 · amtlicher Volltext
Was wir offen lassen
Ein Rechtsportal ist nur so viel wert wie seine ehrlichen Lücken. Diese Punkte liessen sich aus dem amtlichen Erlass nicht abschliessend klären — wir nennen sie, statt einen Wert zu raten:
- WIDERSPRUCH ALPENRHEIN — Schonzeit für grosse Forellen: Fussnote 2 zu Anhang 1 FV SG (Stand 1. April 2026) lautet «Für Bach- und Seeforellen ab 60 cm gilt im Alpenrhein zusätzlich auch der Zeitraum vom 15. Juli bis 30. September als Schonzeit.» Das amtliche Merkblatt «Fischereibestimmungen für den st.gallischen Rhein» (Ausgabe 2026) lautet dagegen «vom 15. Juli bis 31. Januar sind alle Bach- und Seeforellen grösser/gleich 50 cm geschont». Beide Quellen sind amtlich; sie unterscheiden sich sowohl im Grössenschwellenwert (60 cm vs. 50 cm) als auch im Zeitraum. Wahrscheinliche Ursache ist der III. Nachtrag zur FV vom 24. Februar 2026 (in Vollzug ab 1. April 2026), der nach der Drucklegung des Merkblatts erging. Für die Praxis ist die strengere Variante zu befolgen; eine Rückfrage beim Amt für Natur, Jagd und Fischerei ist angezeigt.
- ALPENRHEIN — Felchen: Anhang 1 FV SG nennt für den Alpenrhein weiterhin die Schonzeit 1. November bis 10. Januar, während das amtliche Merkblatt des ANJF ein «komplettes Fangverbot ab 1.1.2024» ausweist. Die zugrunde liegende Verfügung des Amtes (gestützt auf Art. 5 Abs. 2 FV) wurde im Rahmen dieser Recherche nicht im Volltext gefunden; erfasst ist der Stand nach dem Merkblatt.
- BODENSEE — Fangmindestmass Forellen: Die Verordnung des UVEK über die Fischerei im Bodensee-Obersee (SR 923.31, Stand 1. Januar 2024) nennt für «Forellen» 50 cm. Der Kanton St.Gallen wendet für seinen Seeteil 60 cm an (Merkblatt Dezember 2025 und Anhang 2 FV). Die formelle Einzelverfügung nach Art. 5 Abs. 3 SR 923.31, mit der St.Gallen die Verschärfung anordnet, wurde nicht im Volltext gefunden.
- FV-ANHÄNGE MIT LEERSTELLEN: Die frühere Fischereiverordnung vom 11. November 1980 (aufgehoben durch Art. 33 FV vom 2. Dezember 2008) enthielt in ihren Schonzeit- und Schonmasstabellen Positionen c), d) und f) ohne Inhalt. In der geltenden FV vom 2. Dezember 2008 sind Anhang 1 und Anhang 2 neu gefasst; die dort genannten Arten sind vollständig erfasst.
- PACHTGEWÄSSER: Für die einzelnen Pachtgewässer (Bäche, Flüsse, Weiher) können die Pachtverträge zusätzliche Auflagen und die Fischereivereine strengere Vereinsvorschriften vorsehen (Art. 22 Abs. 3 FiG SG). Diese sind nicht in der Gesetzessammlung publiziert und daher hier nicht erfasst. Ebenso wenig erfasst sind Einzelverfügungen des Amtes für Natur, Jagd und Fischerei nach Art. 5 Abs. 2 und Art. 6 Abs. 3 FV SG für einzelne Gewässer.
- GRENZGEWÄSSER-VEREINBARUNGEN: Der Kanton St.Gallen hat weitere interkantonale Vereinbarungen (Thurgau: sGS 854.311; Graubünden/Rhein-Grenzstrecke: sGS 854.332; Zürich: sGS 854.373; Appenzell A.Rh.: sGS 854.374) sowie den Vertrag mit Schwyz über die Schwebnetzfischerei im Zürichsee-Obersee (sGS 854.371) und die Vereinbarung über die Ausübung der Fischerei im Walensee (sGS 854.372). Diese regeln in erster Linie die fischereiliche Zuständigkeit und die Berufsfischerei und wurden nicht im Volltext ausgewertet; für die Angelfischerei sind sie nach heutigem Erkenntnisstand ohne eigene Schonzeit- oder Fangmassvorgaben.
- TAXTARIF-STAND: Der Taxtarif für die Fischerei (sGS 854.2) trägt den Stand 1. Januar 2018. Die Preise für den Bodensee sind durch das ANJF-Merkblatt vom Dezember 2025 bestätigt; für Alpenrhein, Zürichsee/Obersee und Walensee liegt keine ebenso aktuelle amtliche Bestätigung vor. Vor einem Patentkauf sollten die Preise im Webshop www.efj.sg.ch geprüft werden.
Häufige Fragen
Wo stehen die Schonzeiten für den Kanton St. Gallen?
Massgeblich ist Fischereiverordnung (vom 2. Dezember 2008 (Stand 1. April 2026); Grunderlass nGS 44–32, in Vollzug ab 1. Januar 2009; Anhang 1 und Anhang 2 zuletzt geändert durch III. Nachtrag vom 24. Februar 2026, nGS 2026-009, in Vollzug ab 1. April 2026). Diese Seite gibt die Werte daraus wieder, jeweils mit Fundstelle. Verbindlich ist immer der amtliche Erlass in seiner geltenden Fassung.
Was gibt der Bund vor?
Der Bund nennt in Art. 1 VBGF nur Mindestdauern in Wochen — Forellen 16 Wochen in fliessenden Gewässern und 12 in stehenden, Seesaibling 8, Felchen 6, Äsche 10. Beginn und Ende legen die Kantone fest. In Art. 2 VBGF stehen Fangmindestmasse, die die Kantone erhöhen, aber nicht unterschreiten dürfen.
Gelten die Werte im ganzen Kanton St. Gallen?
Nein. Für 13 Arten gibt es Gewässer mit eigenen Werten — typischerweise Konkordatsseen, Grenzstrecken und Bergseen. Die Abweichungen stehen auf der jeweiligen Artseite unter „Abweichende Regeln".
Brauche ich für den Kanton St. Gallen ein Patent?
Die Fangberechtigung heisst hier Angelfischereipatent. Welche Arten es gibt, was sie kosten und wo du sie beziehst, steht auf unserer Patent-Seite für diesen Kanton.
Gewässer im Kanton St. Gallen
4 Seen und 10 Flüsse im Kanton St. Gallen haben je eine eigene Gewässerseite — mit den Schonzeiten und Fangmassen aller Anliegerkantone nebeneinander und, wo der Bund misst, dem Beiss-Index. Bei 4 davon führt St. Gallen eigene Werte, die der Grundregel oben vorgehen — unten gekennzeichnet.
- Fischen im Zürichsee eigene Regeln
- Fischen im Bodensee-Obersee eigene Regeln
- Fischen im Walensee eigene Regeln
- Fischen im Gigerwaldsee
- Fischen im Rhein eigene Regeln
- Fischen in der Thur
- Fischen in der Linth
- Fischen in der Sitter
- Fischen in der Goldach
- Fischen in der Murg
- Fischen im Necker
- Fischen im Rheintaler Binnenkanal
- Fischen in der Seez
- Fischen im Werdenberger Binnenkanal
Weiter
Fischereipatent im Kanton St. Gallen — welche Berechtigung du brauchst, was sie kostet und wo du sie beziehst. Der Checker „Darf ich fischen?" beantwortet die Frage für ein konkretes Datum. Zum SaNa-Sachkundenachweis.
Trag dir diese Schonzeiten in den Schonzeit-Kalender ein — als Abo für St. Gallen, das sich jährlich wiederholt. Welche Ausübungsregeln daneben gelten (Nachtfischen, Widerhaken, Köderfisch, Fangstatistik), steht unter Fischereiregeln im Vergleich.
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