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Schonzeiten

Schonzeiten und Fangmasse im Kanton Graubünden

Alle Arten, die das Fischereirecht des Kantons Graubünden führt — mit Schonzeit, Fangmass und Fundstelle im amtlichen Erlass. Die Werte stehen über der Untergrenze des Bundes, die für die ganze Schweiz gilt.

Art Schonzeit Fangmass Fundstelle
Bachforelle +20 keine Schonzeit 24 cm Art. 11 und Art. 19 FBV i. V. m. Anhang 1 Ziff. II FBV
Seeforelle +2 keine Schonzeit 24 cm Art. 11 und Art. 19 FBV i. V. m. Anhang 1 Ziff. II FBV
Regenbogenforelle +2 keine Schonzeit kein Fangmass Art. 20 FBV i. V. m. Anhang 1 Ziff. III FBV
Bachsaibling keine Schonzeit kein Fangmass Art. 20 FBV i. V. m. Anhang 1 Ziff. III FBV («übrige zum Fang freigegebene Fischarten — kein Fangmass — alle Gewässer»)
Seesaibling +1 keine Schonzeit 24 cm Art. 20 FBV i. V. m. Anhang 1 Ziff. III FBV
Amerikanischer Seesaibling / Namaycush +2 keine Schonzeit 30 cm Art. 20 FBV i. V. m. Anhang 1 Ziff. III FBV
Äsche +3 bis und mit 14.06 32 cm Art. 14 Abs. 1 FBV (Schonzeit); Art. 20 FBV i. V. m. Anhang 1 Ziff. III FBV (Fangmass)
Hecht keine Schonzeit kein Fangmass Art. 20 FBV i. V. m. Anhang 1 Ziff. III FBV («übrige zum Fang freigegebene Fischarten — kein Fangmass — alle Gewässer»)
Egli / Flussbarsch keine Schonzeit kein Fangmass Art. 20 FBV i. V. m. Anhang 1 Ziff. III FBV («übrige zum Fang freigegebene Fischarten»)
Zander keine Schonzeit kein Fangmass Art. 20 FBV i. V. m. Anhang 1 Ziff. III FBV («übrige zum Fang freigegebene Fischarten»)
Trüsche keine Schonzeit kein Fangmass Art. 20 FBV i. V. m. Anhang 1 Ziff. III FBV («übrige zum Fang freigegebene Fischarten»)
Wels keine Schonzeit kein Fangmass Art. 20 FBV i. V. m. Anhang 1 Ziff. III FBV («übrige zum Fang freigegebene Fischarten»)
Aal ganzjährig geschont im Kantonsrecht nicht geführt Art. 3 Abs. 1 FBV
Karpfen keine Schonzeit kein Fangmass Art. 20 FBV i. V. m. Anhang 1 Ziff. III FBV («übrige zum Fang freigegebene Fischarten»)
Schleie keine Schonzeit kein Fangmass Art. 20 FBV i. V. m. Anhang 1 Ziff. III FBV («übrige zum Fang freigegebene Fischarten»)
Alet / Döbel keine Schonzeit kein Fangmass Art. 20 FBV i. V. m. Anhang 1 Ziff. III FBV («übrige zum Fang freigegebene Fischarten»)
Rotauge / Schwal keine Schonzeit kein Fangmass Art. 20 FBV i. V. m. Anhang 1 Ziff. III FBV («übrige zum Fang freigegebene Fischarten»)
Brachsme keine Schonzeit kein Fangmass Art. 20 FBV i. V. m. Anhang 1 Ziff. III FBV («übrige zum Fang freigegebene Fischarten»)
Barbe keine Schonzeit kein Fangmass Art. 20 FBV i. V. m. Anhang 1 Ziff. III FBV («übrige zum Fang freigegebene Fischarten»)
Nase ganzjährig geschont im Kantonsrecht nicht geführt Art. 3 Abs. 1 FBV
Felchen keine Schonzeit kein Fangmass Art. 20 FBV i. V. m. Anhang 1 Ziff. III FBV («übrige zum Fang freigegebene Fischarten»)
Lachs nur Bundesvorgabe nur Bundesvorgabe
Groppe ganzjährig geschont im Kantonsrecht nicht geführt Art. 3 Abs. 1 FBV
Strömer ganzjährig geschont im Kantonsrecht nicht geführt Art. 3 Abs. 1 FBV
Bartgrundel / Bachschmerle ganzjährig geschont im Kantonsrecht nicht geführt Art. 3 Abs. 1 FBV
Strigione ganzjährig geschont im Kantonsrecht nicht geführt Art. 3 Abs. 1 FBV
Elritze keine Schonzeit kein Fangmass Art. 20 FBV i. V. m. Anhang 1 Ziff. III FBV; Art. 33 und Art. 34 FBV
Edelkrebs ganzjährig geschont im Kantonsrecht nicht geführt Art. 3 Abs. 1 FBV
Dohlenkrebs ganzjährig geschont im Kantonsrecht nicht geführt Art. 3 Abs. 1 FBV

„+n" heisst: In n Gewässern dieses Kantons gelten abweichende Werte — Konkordatsseen, Grenzstrecken, Bergseen. Details auf der jeweiligen Artseite. Ohne Gewähr.

Besonderheiten im Kanton Graubünden

Graubünden regelt den Fischschutz primär über die Fangzeit (Fischereisaison), nicht über artspezifische Kalender-Schonzeiten. Fischereisaison: 1. Mai bis und mit 15. September an Fliessgewässern, 1. Mai bis und mit 31. Oktober an stehenden Gewässern (Art. 11 Abs. 1 FBV). Abweichende Fangzeiten für einzelne Gewässer nach Anhang 2 FBV: Eröffnung bereits am 1. Februar (Alpenrhein 302/303, Landquart 335 ab Arieschbach bis 336, Seen Oldis 3008, Caluoriweiher 3010, Zizerser Weiher 3011), am 1. März (Alpenrhein 304/305) — beide mit Unterbruch 1.–30. April auf bestimmten Abschnitten — sowie Eröffnung erst am 15. Juni am Inn 401–403, 405/406 und an mehreren Seitengewässern des Inns; Saisonende bereits am 15. September u. a. am Lai da Palpuogna (2030), Stausee Solis (2054), Stausee Isel Arosa (3004) und Lago di Poschiavo (6011), am 30. September am Alpenrhein 302–305, am Inn 401–403/405/406 und an den vier Oberengadiner Talseen (Silsersee 4001, Silvaplanersee 4002, Champfèrersee 4003, St. Moritzersee 4004). Artspezifische Schonzeiten gibt es nur für die Äsche (Art. 14 FBV) und für See-/Bachforellen ab 50 cm in sechs Gewässersystemen (Art. 15 FBV). Ganzjährig geschützt im ganzen Kanton sind Nase, Groppe, Strömer, Aal, Strigione und Bartgrundel sowie Dohlen- und Edelkrebs (Art. 3 Abs. 1 FBV); die Äsche zusätzlich im Einzugsgebiet der Moesa und im Inn unterhalb S-chanf (Art. 3 Abs. 2 FBV). Weitere zentrale Betriebsvorschriften: Nachtfangverbot 23.00–05.00 Uhr (Art. 16 FBV); Widerhakenverbot, höchstens drei Angelspitzen (Art. 27 FBV); nur ein Angelgerät gleichzeitig (Art. 26 FBV); Verbot des Angelns mit der Absicht, die Fische wieder freizulassen — Catch-and-Release ist untersagt (Art. 30 Abs. 2 FBV); generelles Bootsfischereiverbot inkl. Belly-Boat mit abschliessender Ausnahmeliste (Art. 28 FBV); Watverbot am Inn 401–412 ohne 412F (Art. 8 Abs. 2 FBV); Betreten der Gewässer zur Fischereiausübung grundsätzlich erst ab 1. Juni (Art. 8 Abs. 1 FBV). Fangzahlen: Tagesfanglimit vier Edelfische an Fliessgewässern, sechs an stehenden Gewässern, insgesamt höchstens sechs pro Tag; höchstens zwei Äschen pro Tag an Fliessgewässern; Saisonfanglimit 60 Edelfische an Fliessgewässern, davon höchstens zehn Äschen; Sonderlimiten Lago di Livigno (zehn Edelfische, davon max. zwei Äschen) und Moesa 804 zwischen Pont del Sass und Pont Poént (zwei Edelfische); Fangzahlbeschränkungen gelten pro Person, nicht pro Patent (Art. 22 FBV). Edelfische sind Bach- und Seeforellen aller genetischen Ausprägungen, Seesaiblinge, Bachsaiblinge, Amerikanische Seesaiblinge (Namaycush), Regenbogenforellen und Äschen (Art. 21 FBV); für alle übrigen freigegebenen Arten gilt keine Fangzahlbeschränkung (Art. 24 FBV). Fangstatistikpflicht für alle Patentinhaber, grundsätzlich elektronisch über die Bündner Fischerei-App (Art. 38–40 FBV). Als Köderfisch sind nur tote Elritzen zulässig; der Fang und die Verwendung von Fischnährtieren als Köder sind verboten (Art. 33 FBV); Naturköderverbot in 19 aufgeführten Gewässerabschnitten (Art. 37 FBV). In 15 Gewässern mit privaten Fischereirechten darf mit dem kantonalen Patent überhaupt nicht gefischt werden, darunter Igl Lai/Heidsee, Vaz/Obervaz (2056 und 2057), Selvasee Vals (1017), Lag Grond Laax (1018), Lag la Cresta Flims/Trin (1020), Lej Nair und Lej Pitschen Pontresina (4020/4021), Lai Nair und Lai da Tarasp Scuol (4036/4037), Lai da Rims Val Müstair (5001); in allen übrigen Privatgewässern ist die Uferfischerei mit kantonalem Patent gestattet (Art. 7 FBV). Inhaber privater Fischereirechte dürfen strengere Bestimmungen erlassen (Art. 1 Abs. 2 FBV).

Wie gemessen wird

«Für die Bestimmung des Fangmasses sind die Fische von der Kopfspitze bis zu den Spitzen der natürlich ausgebreiteten Schwanzflosse zu messen.» — Art. 18 Abs. 2 FBV (BR 760.155).

Erlasse, auf denen diese Seite fusst

Für den Kanton Graubünden wurden 5 Erlasse im Volltext ausgewertet, dazu das Bundesrecht. Jeder Wert in der Tabelle trägt seine Fundstelle.

Rechtsgrundlage 1
Kantonales Fischereigesetz (BR 760.100)
Fassung
Vom 26.11.2000, in Kraft seit 01.01.2001; aktuelle Version in Kraft seit 01.01.2014 (Beschlussdatum 17.12.2013)
Quelle abgerufen am
15. August 2026 · amtlicher Volltext
Rechtsgrundlage 2
Kantonale Fischereiverordnung (BR 760.150)
Fassung
Vom 06.11.2001, in Kraft seit 01.01.2002; aktuelle Version in Kraft seit 01.01.2014 (Beschlussdatum 29.10.2013)
Quelle abgerufen am
15. August 2026 · amtlicher Volltext
Rechtsgrundlage 3
Verordnung über den Fischereibetrieb (Fischereibetriebsvorschriften) (BR 760.155)
Fassung
Vom 10.12.2019, in Kraft seit 01.01.2020; aktuelle Version in Kraft seit 01.01.2026 (Beschlussdatum 08.12.2025), Anhänge Stand 1. Januar 2026
Quelle abgerufen am
15. August 2026 · amtlicher Volltext
Rechtsgrundlage 4
Verordnung über die Fischereipatentgebühren (BR 760.180)
Fassung
Vom 06.11.2001, in Kraft seit 01.01.2002; aktuelle Version in Kraft seit 01.11.2017 (Beschlussdatum 28.02.2017)
Quelle abgerufen am
15. August 2026 · amtlicher Volltext
Rechtsgrundlage 5
Verordnung über die Erhebung von Ordnungsbussen bei Fischereirechtsübertretungen (BR 760.160)
Fassung
Ordnungsbussenkatalog für Fischereiübertretungen; Bussenansätze in Anhang 4 FBV (Stand 01.01.2026)
Quelle abgerufen am
15. August 2026 · amtlicher Volltext
Rechtsgrundlage 6
Verordnung vom 24. November 1993 zum Bundesgesetz über die Fischerei (SR 923.01)
Fassung
Vom 24. November 1993, Stand am 1. Januar 2021
Quelle abgerufen am
15. August 2026 · amtlicher Volltext

Was wir offen lassen

Ein Rechtsportal ist nur so viel wert wie seine ehrlichen Lücken. Diese Punkte liessen sich aus dem amtlichen Erlass nicht abschliessend klären — wir nennen sie, statt einen Wert zu raten:

Häufige Fragen

Wo stehen die Schonzeiten für den Kanton Graubünden?

Massgeblich ist Kantonale Fischereiverordnung (Vom 06.11.2001, in Kraft seit 01.01.2002; aktuelle Version in Kraft seit 01.01.2014 (Beschlussdatum 29.10.2013)). Diese Seite gibt die Werte daraus wieder, jeweils mit Fundstelle. Verbindlich ist immer der amtliche Erlass in seiner geltenden Fassung.

Was gibt der Bund vor?

Der Bund nennt in Art. 1 VBGF nur Mindestdauern in Wochen — Forellen 16 Wochen in fliessenden Gewässern und 12 in stehenden, Seesaibling 8, Felchen 6, Äsche 10. Beginn und Ende legen die Kantone fest. In Art. 2 VBGF stehen Fangmindestmasse, die die Kantone erhöhen, aber nicht unterschreiten dürfen.

Gelten die Werte im ganzen Kanton Graubünden?

Nein. Für 6 Arten gibt es Gewässer mit eigenen Werten — typischerweise Konkordatsseen, Grenzstrecken und Bergseen. Die Abweichungen stehen auf der jeweiligen Artseite unter „Abweichende Regeln".

Brauche ich für den Kanton Graubünden ein Patent?

Die Fangberechtigung heisst hier Fischereipatent. Welche Arten es gibt, was sie kosten und wo du sie beziehst, steht auf unserer Patent-Seite für diesen Kanton.

Gewässer im Kanton Graubünden

16 Seen und 20 Flüsse im Kanton Graubünden haben je eine eigene Gewässerseite — mit den Schonzeiten und Fangmassen aller Anliegerkantone nebeneinander und, wo der Bund misst, dem Beiss-Index. Bei 13 davon führt Graubünden eigene Werte, die der Grundregel oben vorgehen — unten gekennzeichnet.

Weiter

Fischereipatent im Kanton Graubünden — welche Berechtigung du brauchst, was sie kostet und wo du sie beziehst. Der Checker „Darf ich fischen?" beantwortet die Frage für ein konkretes Datum. Zum SaNa-Sachkundenachweis.

Trag dir diese Schonzeiten in den Schonzeit-Kalender ein — als Abo für Graubünden, das sich jährlich wiederholt. Welche Ausübungsregeln daneben gelten (Nachtfischen, Widerhaken, Köderfisch, Fangstatistik), steht unter Fischereiregeln im Vergleich.

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