Schonzeiten
Schonzeiten und Fangmasse im Kanton Obwalden
Alle Arten, die das Fischereirecht des Kantons Obwalden führt — mit Schonzeit, Fangmass und Fundstelle im amtlichen Erlass. Die Werte stehen über der Untergrenze des Bundes, die für die ganze Schweiz gilt.
| Art | Schonzeit | Fangmass | Fundstelle |
|---|---|---|---|
| Forellen (Salmo trutta) / im Merkblatt: Bach- und Seeforellen +6 | 01.10.–30.04. | nur Bundesvorgabe | Art. 1 Abs. 1 Ziff. 1 Bst. b Schonvorschriften OW (GDB 651.214) — «in den übrigen Gewässern» |
| Forellen (Salmo trutta) / im Merkblatt: Bach- und Seeforellen +5 | 01.10.–30.04. | nur Bundesvorgabe | Art. 1 Abs. 1 Ziff. 1 Bst. b Schonvorschriften OW (GDB 651.214) |
| Regenbogenforelle | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | — |
| Bachsaibling | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | — |
| Rötel (Seesaibling, Salvelinus alpinus) +2 | 01.10.–31.12. | 22 cm | Art. 1 Abs. 1 Ziff. 3 und Art. 2 Abs. 1 Ziff. 3 Schonvorschriften OW (GDB 651.214) |
| Felchen (Coregonus spp.) +2 | 01.11.–15.01. | 25 cm | Art. 1 Abs. 1 Ziff. 4 und Art. 2 Abs. 1 Ziff. 4 Schonvorschriften OW (GDB 651.214) |
| Albeli +1 | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | — |
| Edelfisch (sommerlaichender Felchen) +1 | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | — |
| Äsche (Thymallus thymallus) +1 | 01.11.–31.05. | 38 cm | Art. 1 Abs. 1 Ziff. 2 und Art. 2 Abs. 1 Ziff. 2 Schonvorschriften OW (GDB 651.214) |
| Hecht +1 | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | — |
| Egli (Perca fluviatilis) / Egli (Barsch) +1 | keine Schonzeit | 15 cm | Fangmass: Art. 2 Abs. 1 Ziff. 6 Schonvorschriften OW (GDB 651.214). Schonzeit: Art. 1 Abs. 1 Schonvorschriften OW zählt die geschonten Arten abschliessend auf und nennt das Egli nicht; die Schonzeiten-Tabelle des Merkblatts 2026 führt das Egli ebenfalls nicht auf. |
| Zander (Sander lucioperca) +2 | 15.03.–15.06. | 45 cm | Art. 1 Abs. 1 Ziff. 5 und Art. 2 Abs. 1 Ziff. 5 Schonvorschriften OW (GDB 651.214) |
| Trüsche | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | — |
| Wels | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | — |
| Aal (Anguilla anguilla) +1 | ganzjährig geschont | im Kantonsrecht nicht geführt | Art. 2a Abs. 1 VBGF (SR 923.01) i. V. m. Anhang 1 VBGF (Gefährdungsstatus 1); Merkblatt über die Fischerei im Kanton Obwalden, Stand 1.1.2026, Tabelle «Schonzeiten» (ganzjährig in Fliessgewässern, Sarnersee, Alpnachersee und Wichelsee) |
| Nase (Chondrostoma nasus) +1 | ganzjährig geschont | im Kantonsrecht nicht geführt | Art. 2a Abs. 1 VBGF (SR 923.01) i. V. m. Anhang 1 VBGF (Gefährdungsstatus 1, E); Merkblatt über die Fischerei im Kanton Obwalden, Stand 1.1.2026, Tabelle «Schonzeiten» (ganzjährig in allen vier Gewässerspalten); für den Alpnachersee zusätzlich § 18 Abs. 1 Bst. i AB Vierwaldstättersee |
| Einheimische Krebse (Decapoda) / alle Krebsarten +1 | ganzjährig geschont | im Kantonsrecht nicht geführt | Art. 1 Abs. 2 Schonvorschriften OW (GDB 651.214): «Für die einheimischen Krebse (Decapoda) gilt ein uneingeschränktes ganzjähriges Fangverbot.» |
| Karpfen | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | — |
| Schleie | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | — |
| Alet / Döbel | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | — |
| Rotauge / Schwal | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | — |
| Brachsme / Brachsmen | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | — |
| Barbe | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | — |
| Lachs | nur Bundesvorgabe | nur Bundesvorgabe | Art. 2a Abs. 1 und 2 VBGF (SR 923.01) i. V. m. Anhang 1 VBGF (Gefährdungsstatus 0, E) |
„+n" heisst: In n Gewässern dieses Kantons gelten abweichende Werte — Konkordatsseen, Grenzstrecken, Bergseen. Details auf der jeweiligen Artseite. Ohne Gewähr.
Besonderheiten im Kanton Obwalden
- Vier Regelungskreise(1) Die kantonalen Schonvorschriften (GDB 651.214) gelten für alle Obwaldner Gewässer mit Ausnahme des Alpnachersees. (2) Für den Alpnachersee — Obwaldner Teil des Vierwaldstättersees — gelten §§ 18 und 19 der AB Vierwaldstättersee (GDB 651.311), ausdrücklich angeordnet in Art. 1 Abs. 3 und Art. 2 Abs. 2 der Schonvorschriften. (3) Für den Lungerersee gelten zusätzlich die AB Lungerersee (GDB 651.215; fischereiliche Teilnutzung an die Einwohnergemeinde Lungern übertragen, eigenes Patent, Freiangelrecht aufgehoben). (4) Für den Eugenisee in Engelberg gelten die AB Eugenisee (GDB 651.212; nur Tageskarten, Saison 15.04.–31.10.). — Gewässer, für die die kantonalen Patente NICHT gelten (besonderes Patent des Inhabers des Fischereirechts nötig): Lungerersee, Melchsee, Tannensee, Blausee, Seefeldsee, Eisee (Art. 3 Abs. 1 und 2 AB Fischerei; Merkblatt 2026). Im Gerzensee, im Blindseeli und im Ausgleichsbecken Obermatt ist das Fischen untersagt. Der Sewensee gilt fischereirechtlich als Fliessgewässer (Art. 3 Abs. 3 AB Fischerei).
- Saison FliessgewässerDas Jahres- bzw. Ferienpatent für Fliessgewässer gilt vom 1. Mai bis 30. September; das Jahrespatent berechtigt zudem zum ganzjährigen Fischen in der Sarneraa von Sarnen bis Alpnach (Art. 4 AB Fischerei).
- Nachtfischverbot1. März bis 31. Oktober 22.00–04.00 Uhr, 1. November bis Ende Februar 20.00–06.00 Uhr (Art. 17 Abs. 2 AB Fischerei; wortgleich § 20 AB Vierwaldstättersee und Art. 11 Abs. 3 AB Lungerersee). Am Sarnersee ist die Fischerei von öffentlich zugänglichen Ufern aus vom 1. März bis 31. Oktober von 04.00 bis 24.00 Uhr erlaubt (Art. 17 Abs. 4 AB Fischerei). Schleppfischerei nur bei Tageslicht. Am Lungerersee ist vom 1. bis 25. Dezember jegliche Fischerei verboten (Art. 11 Abs. 2a AB Lungerersee); am Eugenisee vom 1. November bis und mit 14. April sowie nachts von 22.00 bis 05.00 Uhr (Art. 5 AB Eugenisee).
- Fangzahlbeschränkung pro TagSarnersee und Wichelsee gesamthaft 5 forellenartige Fische und 15 Felchen; Sewensee höchstens 3 Forellen; übrige Fliessgewässer 5 Edelfische (Forellen, Saiblinge, Äschen, Felchen), davon höchstens 3 Äschen (Art. 15 Abs. 1 und 2 AB Fischerei). Für den Alpnachersee besteht keine Fangzahlbeschränkung (Merkblatt 2026). Eugenisee: 5 Fische pro Tag mit ordentlichem Patent, 3 mit Jugendpatent, 2 mit Gruppenpatent (Art. 4 und Art. 9a AB Eugenisee).
- Fangzahlbeschränkung pro Jahr und Person5 Äschen, 80 Bachforellen, 300 Felchen (Art. 15 Abs. 3 AB Fischerei).
- WiderhakenIn Fliessgewässern generell verboten (Art. 13 Abs. 3 AB Fischerei). In Sarnersee, Wichelsee, Sewensee, Lungerersee und Alpnachersee für Personen mit Sachkunde-Nachweis zugelassen (Art. 12 Abs. 1 Bst. a Ziff. 7 und Bst. b Ziff. 5, Art. 13 Abs. 6 Bst. b Ziff. 5 AB Fischerei; Art. 8 Abs. 1 Bst. g AB Lungerersee; § 15 Abs. 3 AB Vierwaldstättersee). Am Eugenisee sind Widerhaken verboten (Art. 3 Abs. 2 AB Eugenisee).
- KöderfischeLebende Köderfische sind überall verboten. Tote Köderfische nur in Seen sowie in der Sarneraa von Sarnen bis Alpnach und im Sewensee (Art. 10 und Art. 13 Abs. 1 AB Fischerei); im Alpnachersee nur, wenn sie aus dem Vierwaldstättersee stammen (§ 12 Abs. 2 AB Vierwaldstättersee).
- Catch and ReleaseAm Lungerersee ausdrücklich verboten (Art. 5 Abs. 4 AB Lungerersee); das Merkblatt 2026 erklärt das Verbot für den ganzen Kanton. Am Eugenisee sind gehakte Fische sofort zu töten, Hältern und Zurücksetzen sind verboten (Art. 3 Abs. 3 AB Eugenisee). Am Lungerersee ist jede gefangene Regenbogenforelle zu entnehmen und sofort zu töten (Art. 8 Abs. 3 AB Lungerersee).
- Live-SonarDas Mitführen und Verwenden von Echolotgebern mit Live-Sonar-Technologie ist am Sarnersee (Art. 12 Abs. 1 Bst. a Ziff. 8 AB Fischerei) und am ganzen Vierwaldstättersee (§ 13 Abs. 2 AB Vierwaldstättersee, seit 01.09.2023) verboten.
- Schonreviere (jegliches Fischen untersagt)Fischpass und Entlastungsgerinne am Staudamm Wichelsee, Höllbach in Lungern, Umgehungsgerinne an der Kleinen Schliere unterhalb der Brücke A8, Umgehungsgerinne an der Grossen Melchaa (Rissmatt) im Melchtal (Art. 18 AB Fischerei). Befristet: Sarneraa zwischen Brücke Schwanderstrasse und Brücke A8 während der Wasserbauarbeiten (Art. 18a AB Fischerei, seit 01.01.2026). Waten in der Sarneraa vom Seeausfluss bis Kägiswil, Brücke A8, verboten (Art. 16 Abs. 1 AB Fischerei).
- FangstatistikPflicht für alle Patentinhaberinnen und Patentinhaber; Eintrag sofort nach dem Fang in die Patentkarte oder in die Patent-App Obwalden; Einreichung bis 31. Januar des Folgejahres, sonst Verzugsgebühr Fr. 100.– (Art. 19a und 19b AB Fischerei, seit 01.01.2026; die früheren AB über die Fischfangstatistik, GDB 651.213, sind per 31.12.2025 aufgehoben).
Wie gemessen wird
Gemessen wird von der Kopfspitze bis zu den Spitzen der natürlich ausgebreiteten Schwanzflosse (Art. 2 Abs. 1 Schonvorschriften über die Fischerei, GDB 651.214; wortgleich § 19 Abs. 1 AB Vierwaldstättersee, GDB 651.311; entspricht Art. 2 Abs. 2 VBGF, SR 923.01).
Erlasse, auf denen diese Seite fusst
Für den Kanton Obwalden wurden 10 Erlasse im Volltext ausgewertet, dazu das Bundesrecht. Jeder Wert in der Tabelle trägt seine Fundstelle.
- Rechtsgrundlage 1
- Fischereigesetz (FiG) (651.2)
- Fassung
- vom 23.11.1997 (Stand 01.01.2011); aktuelle Version in Kraft seit 01.01.2011 (Beschluss 28.01.2010)
- Quelle abgerufen am
- 15. August 2026 · amtlicher Volltext
- Rechtsgrundlage 2
- Fischereiverordnung (FiV) (651.21)
- Fassung
- vom 18.12.1997 (Stand 01.01.2019); aktuelle Version in Kraft seit 01.01.2019 (Beschluss 17.12.2018)
- Quelle abgerufen am
- 15. August 2026 · amtlicher Volltext
- Rechtsgrundlage 3
- Ausführungsbestimmungen über die Fischerei (651.211)
- Fassung
- vom 28.10.2008 (Stand 01.01.2026); aktuelle Version in Kraft seit 01.01.2026 (Beschluss 02.12.2025, OGS 2025, 30)
- Quelle abgerufen am
- 15. August 2026 · amtlicher Volltext
- Rechtsgrundlage 4
- Schonvorschriften über die Fischerei (651.214)
- Fassung
- vom 26.11.2012 (Stand 01.01.2021); aktuelle Version in Kraft seit 01.01.2021 (Beschluss 09.12.2020, OGS 2020, 61). Volltext-PDF: https://gdb.ow.ch/api/de/versions/1485/pdf_file
- Quelle abgerufen am
- 15. August 2026 · amtlicher Volltext
- Rechtsgrundlage 5
- Ausführungsbestimmungen über die Fischerei im Lungerersee (651.215)
- Fassung
- vom 22.06.2010 (Stand 01.01.2026); aktuelle Version in Kraft seit 01.01.2026 (Beschluss 02.12.2025)
- Quelle abgerufen am
- 15. August 2026 · amtlicher Volltext
- Rechtsgrundlage 6
- Ausführungsbestimmungen über die Fischerei im Eugenisee in Engelberg (651.212)
- Fassung
- vom 30.03.1999 (Stand 01.01.2026); aktuelle Version in Kraft seit 01.01.2026 (Beschluss 02.12.2025)
- Quelle abgerufen am
- 15. August 2026 · amtlicher Volltext
- Rechtsgrundlage 7
- Interkantonale Vereinbarung über die Fischerei im Vierwaldstättersee (651.3)
- Fassung
- vom 29.09.1978, in Kraft seit 12.12.1979; Konkordatskantone LU, UR, SZ, OW, NW
- Quelle abgerufen am
- 15. August 2026 · amtlicher Volltext
- Rechtsgrundlage 8
- Ausführungsbestimmungen zur Vereinbarung über die Fischerei im Vierwaldstättersee (651.311)
- Fassung
- vom 04.06.2008 (Stand 01.09.2023); aktuelle Version in Kraft seit 01.09.2023 (Beschluss der Fischereikommission vom 26.06.2023, OGS 2023, 24). Volltext-PDF: https://gdb.ow.ch/api/de/versions/1817/pdf_file
- Quelle abgerufen am
- 15. August 2026 · amtlicher Volltext
- Rechtsgrundlage 9
- Merkblatt über die Fischerei im Kanton Obwalden (Amt für Landwirtschaft und Umwelt, Abteilung Umwelt)
- Fassung
- Stand 1. Januar 2026 (Dokument OW-#1794134-v2-Merkblatt_Fischerei_2026)
- Quelle abgerufen am
- 15. August 2026 · amtlicher Volltext
- Rechtsgrundlage 10
- Patentarten und Preise Fischerei Obwalden (Amt für Landwirtschaft und Umwelt)
- Fassung
- Stand 01.01.2026 (publiziert am 04.12.2025 unter https://www.ow.ch/publikationen/3780)
- Quelle abgerufen am
- 15. August 2026 · amtlicher Volltext
- Rechtsgrundlage 11
- Verordnung vom 24. November 1993 zum Bundesgesetz über die Fischerei (SR 923.01)
- Fassung
- Vom 24. November 1993, Stand am 1. Januar 2021
- Quelle abgerufen am
- 15. August 2026 · amtlicher Volltext
Was wir offen lassen
Ein Rechtsportal ist nur so viel wert wie seine ehrlichen Lücken. Diese Punkte liessen sich aus dem amtlichen Erlass nicht abschliessend klären — wir nennen sie, statt einen Wert zu raten:
- Vierwaldstättersee-Konkordat, Hecht: Die Konkordatskantone publizieren denselben Erlass mit unterschiedlicher Buchstabenzählung. Obwalden (GDB 651.311, Stand 01.09.2023) führt § 18 Abs. 1 Bst. g und § 19 Abs. 1 Bst. h als per 01.01.2012 aufgehoben; Luzern (SRL 724b, Stand 01.09.2023) publiziert stattdessen «g. Hecht 15. März bis 30. April» und «gbis. Hecht Alpnachersee: keine» sowie «g. Hecht 50 cm» und «gbis. Hecht Alpnachersee: keine»; Uri (RB 40.3233, Stand 01.09.2023) publiziert nur die Grundregel (Schonzeit 15.03.–30.04., Fangmass 50 cm) ohne Alpnachersee-Ausnahme. Für den in Obwalden liegenden Alpnachersee stimmen die Obwaldner und die Luzerner Fassung im Ergebnis überein: keine Hecht-Schonzeit und kein Hecht-Fangmindestmass. Ob im Obwaldner Anteil des Alpnachersees dennoch die allgemeine Konkordatsregel (15.03.–30.04. / 50 cm) durchsetzbar wäre, konnte anhand der publizierten Texte nicht abschliessend geklärt werden. Die Schwyzer Fassung (SRSZ 772.112) wurde nicht ausgewertet; sie enthält gemäss Vorbefund noch den Stand von 1994 und ist für Obwalden ohnehin nicht einschlägig.
- Vierwaldstättersee-Konkordat, Edelfisch: Die Obwaldner und die Urner Fassung führen in § 19 ein Fangmindestmass für den «Edelfisch (sommerlaichender Felchen)» von 30 cm; die Luzerner Fassung (SRL 724b, Stand 01.09.2023) enthält diese Zeile nicht. Da der Edelfisch nach § 18 Abs. 1 Bst. e ohnehin ganzjährig geschont ist, hat die Abweichung praktisch keine Auswirkung.
- Zander im Wichelsee: Der Erlass GDB 651.214 kennt für den Zander nur einen Wert (15.03.–15.06., 45 cm) und differenziert nicht nach Gewässern. Das amtliche Merkblatt 2026 nennt für den Wichelsee jedoch 15.04.–31.05. — identisch mit der Alpnachersee-Spalte. Ob es sich um eine bewusste Regelung oder um einen Übertragungsfehler in der Merkblatt-Tabelle handelt, ist aus den Quellen nicht ersichtlich. Massgebend ist der Erlass; die längere Schonzeit 15.03.–15.06. ist die sichere Annahme.
- Zander in Fliessgewässern: Das Merkblatt 2026 nennt 01.10.–31.05., der Erlass würde in Verbindung mit der Fliessgewässersaison (Art. 4 AB Fischerei) 01.10.–15.06. ergeben. Für die ganzjährig befischbare Sarneraa (Sarnen bis Alpnach) ist die Differenz vom 01.06. bis 15.06. relevant. Massgebend ist der Erlass.
- Rötel und Felchen in Fliessgewässern: Das Merkblatt 2026 nennt jeweils 01.10.–30.04., während der Erlass GDB 651.214 nur 01.10.–31.12. (Rötel) bzw. 01.11.–15.01. (Felchen) festlegt. Die Merkblatt-Angaben spiegeln die Fliessgewässersaison 1. Mai bis 30. September wider und sind für die ganzjährig befischbare Sarneraa die strengere Angabe.
- Fangmindestmass für Forellen in stehenden Gewässern ohne eigene Regelung: Die Buchstaben d.–f. von Art. 2 Abs. 1 Ziff. 1 der Schonvorschriften wurden per 01.07.2014 aufgehoben. Für Melchsee, Tannensee, Blausee, Seefeldsee, Eisee und Eugenisee legt Obwalden damit kein eigenes Forellen-Fangmindestmass fest; es gilt Art. 2 Abs. 1 VBGF (35 cm in grösseren stehenden Gewässern unter 800 m ü. M., sonst 22 cm). Ob die Inhaber der privaten Fischereirechte an diesen Bergseen in ihren eigenen Patentbedingungen abweichende (strengere) Masse festlegen, ist aus den amtlichen Quellen nicht ersichtlich; für diese Gewässer ist ein besonderes Patent des Rechtsinhabers erforderlich (Art. 3 Abs. 1 AB Fischerei).
- Patentgebühren Lungerersee: Die Gebühren legt die Einwohnergemeinde Lungern fest (Art. 4 Abs. 1 AB Lungerersee); sie bedürfen der Genehmigung des Amts für Landwirtschaft und Umwelt, werden aber in keinem kantonalen Erlass und in keiner amtlichen Publikation des Kantons beziffert. Es gilt nur der Gebührenrahmen von Art. 15 Abs. 2 FiV OW. Die konkreten Preise werden ausschliesslich über den privaten Betreiber (fischerparadies.ch) publiziert und sind daher hier nicht als amtlich belegter Wert aufgeführt.
- Zahlenmässige Fangbeschränkungen am Lungerersee: Die Einwohnergemeinde Lungern kann sie für Patentarten, Gästekarten und Fischarten festlegen (Art. 10 Abs. 1 AB Lungerersee, Genehmigung durch das Amt für Landwirtschaft und Umwelt). Die konkreten Werte sind in keiner amtlichen kantonalen Quelle publiziert.
- Aal im Alpnachersee: § 19 Abs. 1 Bst. l AB Vierwaldstättersee führt ein Fangmindestmass von 50 cm, während das Merkblatt 2026 den Aal für alle Obwaldner Gewässer einschliesslich des Alpnachersees als ganzjährig geschont ausweist. Sachlich ist das kohärent, weil das Fangverbot von Art. 2a VBGF an das Fehlen bundesrechtlicher Schonzeiten und Fangmasse (Art. 1 und 2 VBGF) anknüpft und durch interkantonales Recht nicht aufgehoben wird. Eine ausdrückliche Aufhebung des Konkordats-Fangmasses ist jedoch nicht publiziert.
- Regenbogenforelle und Bachsaibling: Weder kantonal noch bundesrechtlich mit Schonzeit oder Fangmindestmass geregelt. Der Kanton verwendet konsequent die Bezeichnung «Forellen (Salmo trutta)»; ob die Praxis der Fischereiaufsicht die Regenbogenforelle darunter subsumiert, ist aus den Erlassen nicht abzuleiten. Am Lungerersee besteht eine Entnahmepflicht (Art. 8 Abs. 3 AB Lungerersee).
Häufige Fragen
Wo stehen die Schonzeiten für den Kanton Obwalden?
Massgeblich ist Fischereiverordnung (FiV) (vom 18.12.1997 (Stand 01.01.2019); aktuelle Version in Kraft seit 01.01.2019 (Beschluss 17.12.2018)). Diese Seite gibt die Werte daraus wieder, jeweils mit Fundstelle. Verbindlich ist immer der amtliche Erlass in seiner geltenden Fassung.
Was gibt der Bund vor?
Der Bund nennt in Art. 1 VBGF nur Mindestdauern in Wochen — Forellen 16 Wochen in fliessenden Gewässern und 12 in stehenden, Seesaibling 8, Felchen 6, Äsche 10. Beginn und Ende legen die Kantone fest. In Art. 2 VBGF stehen Fangmindestmasse, die die Kantone erhöhen, aber nicht unterschreiten dürfen.
Gelten die Werte im ganzen Kanton Obwalden?
Nein. Für 13 Arten gibt es Gewässer mit eigenen Werten — typischerweise Konkordatsseen, Grenzstrecken und Bergseen. Die Abweichungen stehen auf der jeweiligen Artseite unter „Abweichende Regeln".
Brauche ich für den Kanton Obwalden ein Patent?
Die Fangberechtigung heisst hier Fischereipatent. Welche Arten es gibt, was sie kosten und wo du sie beziehst, steht auf unserer Patent-Seite für diesen Kanton.
Gewässer im Kanton Obwalden
6 Seen und 3 Flüsse im Kanton Obwalden haben je eine eigene Gewässerseite — mit den Schonzeiten und Fangmassen aller Anliegerkantone nebeneinander und, wo der Bund misst, dem Beiss-Index. Bei 6 davon führt Obwalden eigene Werte, die der Grundregel oben vorgehen — unten gekennzeichnet.
- Fischen im Vierwaldstättersee eigene Regeln
- Fischen im Sarnersee eigene Regeln
- Fischen im Lungerersee eigene Regeln
- Fischen im Melchsee eigene Regeln
- Fischen in der Engelberger Aa
- Fischen in der Chli Schliere
- Fischen in der Sarner Aa
- Fischen im Wichelsee eigene Regeln
- Fischen im Tannensee eigene Regeln
Weiter
Fischereipatent im Kanton Obwalden — welche Berechtigung du brauchst, was sie kostet und wo du sie beziehst. Der Checker „Darf ich fischen?" beantwortet die Frage für ein konkretes Datum. Zum SaNa-Sachkundenachweis.
Trag dir diese Schonzeiten in den Schonzeit-Kalender ein — als Abo für Obwalden, das sich jährlich wiederholt. Welche Ausübungsregeln daneben gelten (Nachtfischen, Widerhaken, Köderfisch, Fangstatistik), steht unter Fischereiregeln im Vergleich.
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