Schonzeiten
Schonzeiten und Fangmasse im Kanton Jura
Alle Arten, die das Fischereirecht des Kantons Jura führt — mit Schonzeit, Fangmass und Fundstelle im amtlichen Erlass. Die Werte stehen über der Untergrenze des Bundes, die für die ganze Schweiz gilt.
| Art | Schonzeit | Fangmass | Fundstelle |
|---|---|---|---|
| Bachforelle +3 | ab 01.10 | 25–32 cm | art. 12 lit. a (période) et art. 25 (longueurs) du règlement 2026-2029 |
| Seeforelle | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | — |
| Regenbogenforelle | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | — |
| Seesaibling | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | — |
| Bachsaibling | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | — |
| Felchen | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | — |
| Äsche | ganzjährig geschont | kein Fangmass | art. 19 du règlement 2026-2029 (a contrario) |
| Lachs | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | — |
| Hecht +1 | ab 01.10 | kein Fangmass | art. 12 lit. b et art. 19 du règlement 2026-2029 |
| Egli +1 | ab 01.10 | kein Fangmass | art. 12 lit. b et art. 19 du règlement 2026-2029 |
| Zander | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | — |
| Trüsche | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | — |
| Wels | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | — |
| Aal | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | — |
| Karpfen | ab 01.10 | kein Fangmass | art. 12 lit. e et art. 19 du règlement 2026-2029 |
| Schleie | ab 01.10 | kein Fangmass | art. 12 lit. e et art. 19 du règlement 2026-2029 |
| Alet | ab 01.10 | kein Fangmass | art. 12 lit. e et art. 19 du règlement 2026-2029 |
| Rotauge | ab 01.10 | kein Fangmass | art. 12 lit. e et art. 19 du règlement 2026-2029 |
| Brachsme | ab 01.10 | kein Fangmass | art. 12 lit. e et art. 19 du règlement 2026-2029 |
| Barbe | 15.05.–15.07. | 35 cm | art. 12 lit. c (période) et art. 25 (longueur) du règlement 2026-2029 |
| Nase | ab 01.10 | kein Fangmass | art. 12 lit. e et art. 19 du règlement 2026-2029 |
| blageon | ganzjährig geschont | kein Fangmass | art. 19 du règlement 2026-2029 |
| toxostome / bassou | ganzjährig geschont | kein Fangmass | art. 19 lit. a du règlement 2026-2029 |
| écrevisses (toutes espèces) | ganzjährig geschont | kein Fangmass | art. 20 al. 1 du règlement 2026-2029 |
„+n" heisst: In n Gewässern dieses Kantons gelten abweichende Werte — Konkordatsseen, Grenzstrecken, Bergseen. Details auf der jeweiligen Artseite. Ohne Gewähr.
Besonderheiten im Kanton Jura
- SystematikDer Kanton Jura regelt die Fischerei über Fangzeiten (art. 12 règlement 2026-2029) und nicht über artspezifische Schonzeiten. Die Schonzeit ergibt sich deshalb aus der Umkehrung der Fangsaison. Grundregel: Die Fischerei ist nur vom ersten Samstag im März bis zum 30. September zulässig (art. 12); ausserhalb dieser Zeit sind die Gewässer geschlossen. Weil die Eröffnung auf den «ersten Samstag im März» fällt, wechselt das Ende der Winterschonzeit jedes Jahr: Es liegt am Vortag der Eröffnung, also Ende Februar oder Anfang März. — Zur Fischerei offene Gewässer (art. 11): nur fünf Fliessgewässer — die Allaine, die Birse, der Doubs, die Sorne und die Scheulte, auf genau abgegrenzten Abschnitten. Der Kanton hat keinen grossen See.
- WinterfischereiHecht und Egli dürfen zusätzlich vom 1. Oktober bis zum letzten Tag des Monats Februar gefischt werden, aber nur im Abschnitt D2 des Doubs, von der Landesgrenze (120 m oberhalb der Brücke nach Brémoncourt) bis Saint-Ursanne (art. 11 al. 2, art. 12 lit. b). — Fangbare Arten (art. 19): Doubs — Forelle, Hecht, Egli sowie alle Cypriniden mit Ausnahme des Strömers (blageon) und des Toxostome («bassou»); Allaine — Forelle, Hecht, Egli und alle Cypriniden mit Ausnahme des Strömers; Birse und Sorne — Forelle, Hecht, Egli und alle Cypriniden mit Ausnahme des Strömers; Scheulte — nur die Forelle. Die dort nicht aufgeführten Arten (namentlich die Äsche, die Trüsche, der Wels, der Aal, der Zander, die Regenbogenforelle, der Saibling und das Felchen) dürfen nicht entnommen werden.
- KrebseDer Fang von Krebsen ist verboten (art. 20 al. 1).
- Fangzahlhöchstens 3 Forellen pro Tag in allen offenen Flüssen zusammen, 2 pro Tag für den Doubs und die Scheulte; Limiten je Fluss für das Jahres- beziehungsweise das Wochenpatent: Birse (Sorne eingeschlossen) 20 beziehungsweise 5, Doubs 20 beziehungsweise 5, Allaine 20 beziehungsweise 5, Scheulte 5 beziehungsweise 2 (art. 21); höchstens 3 Barben (art. 22) und 20 Elritzen (art. 23) pro Tag.
- Geräte und Methodeneine einzige Rute, eine einzige Schnur pro fischende Person (art. 28 al. 1); Haken mit Widerhaken sind in allen Fliessgewässern verboten (art. 29 lit. a); Anfüttern, Fischen auf Laichplätzen, Harpunieren und das Sammeln von Wasserlarven sind verboten (art. 29). Zugelassene Köder namentlich: Regen-, Mist- und Holzwürmer, Larven und andere wirbellose Wassertiere, die am Fischereiort vorkommen, Bienenmaden, Heuschrecken, Grillen, Beeren und Kirschen, künstliche Fliegen und Nymphen, Kunstköder sowie tote Cypriniden der Arten Elritze, Rotauge, Rotfeder und Alet (art. 28 al. 3); ein lebender Köderfisch ist nicht vorgesehen. In der Scheulte und auf der Doubs-Strecke bei Soubey (von 300 m unterhalb bis 500 m oberhalb der Brücke) ist allein die Fliegenrute mit einer einzigen künstlichen Fliege oder Nymphe zugelassen (art. 32). — Fischereizeiten (art. 13): Winterzeiten von 6 bis 20 Uhr, Sommerzeiten von 5 bis 24 Uhr. — Das Betreten des Gewässerbetts ist nur vom 1. Mai bis zum 30. September zulässig (art. 15 al. 1); der Zugang zum Doubs ist nur möglich, wenn der an der eidgenössischen hydrologischen Station Ocourt gemessene Abfluss 6 m³/s übersteigt (art. 15 al. 2). Es ist verboten, auf den Laichplätzen von Forellen, Äschen, Barben und Elritzen zu gehen (art. 15 al. 3). — Fischereischutzgebiete (art. 30) und verbotene Orte (art. 31: von Brücken und Stegen herab, in Werkkanälen und Kanälen, in Fischaufstiegsanlagen, von Booten aus) sind zu beachten.
- Grenzgewässer am DoubsWo der Doubs die Grenze zu Frankreich bildet (von Clairbief, Grenzstein 605, bis Biaufond, Grenzstein 606, und von la Motte, Grenzstein 558, bis Ocourt, Grenzstein 559), gilt zusätzlich das französisch-schweizerische Abkommen (SR 0.923.22; art. 33 règlement, art. 4 LPêche).
- VerkaufDer Verkauf von Fischen, die Patentinhaberinnen und Patentinhaber in den Patentgewässern gefangen haben, ist verboten (art. 45 LPêche). Während der Schonzeit dürfen Forelle, Äsche und Hecht aus jurassischen Gewässern, den Doubs eingeschlossen, grundsätzlich weder verkauft noch serviert werden (art. 20 OPêche).
- BundesrechtFür die Arten, die der Kanton nicht regelt, gilt die Grundlage der VBGF (SR 923.01); insbesondere dürfen nach Art. 2a VBGF gefährdete Arten (Status 0, 1 oder 2 nach Anhang 1 VBGF) nicht gefangen werden, wenn weder eine Schonzeit noch ein Fangmindestmass festgelegt ist.
Wie gemessen wird
Die Länge der Fische wird von der Schnauzenspitze bis zum Ende der normal ausgebreiteten Schwanzflosse gemessen (art. 24 règlement sur l'exercice de la pêche 2026-2029; art. 16 der Ausführungsverordnung). Bei den Krebsen wird die Länge von der Spitze des Rostrums bis zum Ende des Schwanzes gemessen (art. 16 der Verordnung) — ihr Fang ist allerdings vollständig verboten (art. 20 al. 1 règlement). Fische, die einem Fangmindestmass unterstehen, dürfen nach dem Fang nicht verstümmelt werden, damit ihr Mass überprüfbar bleibt (art. 27 règlement).
Erlasse, auf denen diese Seite fusst
Für den Kanton Jura wurden 4 Erlasse im Volltext ausgewertet, dazu das Bundesrecht. Jeder Wert in der Tabelle trägt seine Fundstelle.
- Rechtsgrundlage 1
- Loi sur la pêche du 28 octobre 2009 (RSJU 923.11)
- Fassung
- du 28 octobre 2009, entrée en vigueur le 1er février 2010 (art. 9 à 12, 20, 21 al. 1, 22, 40 et 44 al. 1 approuvés par le DETEC le 8 avril 2010); modifications selon la loi sur la gestion des eaux du 28 octobre 2015 (en vigueur dès le 01.02.2016) et la loi du 29 janvier 2020 (en vigueur dès le 01.07.2020)
- Quelle abgerufen am
- 15. August 2026 · amtlicher Volltext
- Rechtsgrundlage 2
- Ordonnance portant exécution de la loi du 26 octobre 1978 sur la pêche du 6 décembre 1978 (RSJU 923.111)
- Fassung
- du 6 décembre 1978, entrée en vigueur le 1er janvier 1979 (ordonnance de l'Assemblée constituante, toujours en vigueur; base d'exécution de l'ancienne loi de 1978, reprise sous l'empire de la loi de 2009)
- Quelle abgerufen am
- 15. August 2026 · amtlicher Volltext
- Rechtsgrundlage 3
- Règlement sur l'exercice de la pêche durant la période 2026-2029 du 3 février 2026 (règlement du Gouvernement (fondé sur les art. 9 à 12, 39, 40 et 42 LPêche JU))
- Fassung
- du 3 février 2026, en vigueur du 1er mars 2026 au 28 février 2030 (art. 36); c'est ce règlement pluriannuel — et non le recueil RSJU — qui fixe les périodes de pêche, les longueurs de capture et les émoluments
- Quelle abgerufen am
- 15. August 2026 · amtlicher Volltext
- Rechtsgrundlage 4
- Accord du 29 juillet 1991 entre le Conseil fédéral suisse et le Gouvernement de la République française concernant l'exercice de la pêche et la protection des milieux aquatiques dans la partie du Doubs formant frontière entre les deux Etats (ensemble un règlement d'application) (RS 0.923.22)
- Fassung
- accord du 29 juillet 1991; règlement d'application du 2 juin 1995, révisé par échange de notes des 10/17 novembre 2017 (publication FR: décret 2018-157 du 2 mars 2018); expérimentation triennale des tailles de la truite fario dès 2026. S'applique au Doubs frontière (art. 33 du règlement pêche 2026-2029 JU, art. 4 LPêche JU)
- Quelle abgerufen am
- 15. August 2026 · amtlicher Volltext
- Rechtsgrundlage 5
- Verordnung vom 24. November 1993 zum Bundesgesetz über die Fischerei (SR 923.01)
- Fassung
- Vom 24. November 1993, Stand am 1. Januar 2021
- Quelle abgerufen am
- 15. August 2026 · amtlicher Volltext
Was wir offen lassen
Ein Rechtsportal ist nur so viel wert wie seine ehrlichen Lücken. Diese Punkte liessen sich aus dem amtlichen Erlass nicht abschliessend klären — wir nennen sie, statt einen Wert zu raten:
- Der Kanton Jura regelt die Fischerei über Fangsaisons (art. 12 règlement 2026-2029) und nicht über kalendarische, artspezifische Schonzeiten. Weil die Saison am «ersten Samstag im März» beginnt, hat die allgemeine Winterschonzeit kein festes Enddatum; das Ende der Schonzeit bleibt bei den betroffenen Arten deshalb offen, und die Regel wird im Hinweis erklärt (Ende = Vortag der Eröffnung, von Jahr zu Jahr wechselnd, Ende Februar oder Anfang März).
- Für den Grenzabschnitt des Doubs gilt zusätzlich das französisch-schweizerische Abkommen (SR 0.923.22) und dessen Anwendungsreglement (Stand 2. Juni 1995, revidiert 2017, dreijähriger Versuch mit den Fangmassen der Forelle ab 2026). Die Fangmindestmasse und Schonzeiten, die dieses Abkommen für Hecht, Egli und die übrigen Arten vorsieht, liessen sich in keiner zugänglichen amtlichen Primärquelle vollständig überprüfen (fedlex liefert nur eine JavaScript-Hülle; das PDF-Depot von doubs.gouv.fr war nicht erreichbar). Für die Forelle im Doubs sind die Werte (30 bis 35 cm sowie ab 55 cm) durch das kantonale Reglement belegt (art. 25) und entsprechen dem laufenden Versuch im Doubs ab 2026; die übrigen Werte des Abkommens sind als «nicht abschliessend geklärt» markiert.
- In art. 25 règlement legt der Kanton nur für die Forelle und die Barbe ein Fangmindestmass fest. Für Hecht, Egli und die fangbaren Cypriniden (Karpfen, Schleie, Alet, Rotauge, Brachsme, Nase) besteht kein kantonales Fangmindestmass; ob und welche Fangmindestmasse des Bundes nach VBGF (SR 923.01) subsidiär gelten, wurde nicht Art für Art geprüft (im Grenzabschnitt des Doubs gilt ohnehin das Abkommen).
- Ob die im Doubs vorkommende Nase (Chondrostoma nasus) tatsächlich zu den fangbaren Cypriniden zählt oder unter die geschützten Arten fällt, ist nicht abschliessend geklärt: Die lokalen Namen werden mit dem Toxostome / «bassou» (Parachondrostoma toxostoma), der ausdrücklich ausgenommen ist, und mit dem Strömer (blageon) verwechselt; das Reglement nennt nur die Ausnahmen (art. 19), die Nase selbst nicht.
- Das Office de l'environnement kann nach art. 43 LPêche die Fischerei an bestimmten Orten mit Allgemeinverfügungen einschränken oder verbieten (Trockenheit, hohe Wassertemperaturen, gesundheitspolizeiliche Gründe); die für 2026 geltenden Verfügungen wurden nicht systematisch erhoben. Der Zugang zum Doubs setzt an der Station Ocourt einen Abfluss von mehr als 6 m³/s voraus (art. 15 al. 2).
Häufige Fragen
Wo stehen die Schonzeiten für den Kanton Jura?
Massgeblich ist Ordonnance portant exécution de la loi du 26 octobre 1978 sur la pêche du 6 décembre 1978 (du 6 décembre 1978, entrée en vigueur le 1er janvier 1979 (ordonnance de l'Assemblée constituante, toujours en vigueur; base d'exécution de l'ancienne loi de 1978, reprise sous l'empire de la loi de 2009)). Diese Seite gibt die Werte daraus wieder, jeweils mit Fundstelle. Verbindlich ist immer der amtliche Erlass in seiner geltenden Fassung.
Was gibt der Bund vor?
Der Bund nennt in Art. 1 VBGF nur Mindestdauern in Wochen — Forellen 16 Wochen in fliessenden Gewässern und 12 in stehenden, Seesaibling 8, Felchen 6, Äsche 10. Beginn und Ende legen die Kantone fest. In Art. 2 VBGF stehen Fangmindestmasse, die die Kantone erhöhen, aber nicht unterschreiten dürfen.
Gelten die Werte im ganzen Kanton Jura?
Nein. Für 3 Arten gibt es Gewässer mit eigenen Werten — typischerweise Konkordatsseen, Grenzstrecken und Bergseen. Die Abweichungen stehen auf der jeweiligen Artseite unter „Abweichende Regeln".
Brauche ich für den Kanton Jura ein Patent?
Die Fangberechtigung heisst hier Fischereipatent. Welche Arten es gibt, was sie kosten und wo du sie beziehst, steht auf unserer Patent-Seite für diesen Kanton.
Gewässer im Kanton Jura
5 Flüsse im Kanton Jura haben je eine eigene Gewässerseite — mit den Schonzeiten und Fangmassen aller Anliegerkantone nebeneinander und, wo der Bund misst, dem Beiss-Index. Bei 2 davon führt Jura eigene Werte, die der Grundregel oben vorgehen — unten gekennzeichnet.
- Fischen in der Birs
- Fischen in der Allaine
- Fischen im Doubs eigene Regeln
- Fischen in der Scheulte eigene Regeln
- Fischen in der Sorne
Weiter
Fischereipatent im Kanton Jura — welche Berechtigung du brauchst, was sie kostet und wo du sie beziehst. Der Checker „Darf ich fischen?" beantwortet die Frage für ein konkretes Datum. Zum SaNa-Sachkundenachweis.
Trag dir diese Schonzeiten in den Schonzeit-Kalender ein — als Abo für Jura, das sich jährlich wiederholt. Welche Ausübungsregeln daneben gelten (Nachtfischen, Widerhaken, Köderfisch, Fangstatistik), steht unter Fischereiregeln im Vergleich.
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