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Ausübungsregeln · Deutschschweiz

Köderfisch in der Schweiz

Lebende Köderfische sind fast überall verboten — aus Tierschutz und um das Verschleppen von Krankheiten zu verhindern. Für tote Köderfische gilt vielerorts eine Herkunftsregel: nur aus demselben Gewässer, in dem gefischt wird.

Alle Kantone im Vergleich

Kanton Köderfisch Kurz Fundstelle
Zürich eingeschränkt Nur tote Köderfische sind erlaubt, und sie müssen aus demselben Gewässer stammen, in dem sie verwendet werden. § 12 FiR ZH; § 8 AB Zürichsee/Obersee
Bern eingeschränkt Lebende Köderfische sind verboten; tote Köderfische sind erlaubt, dürfen aber unkonserviert nur in demjenigen Patentgewässer verwendet werden, in dem sie gefangen wurden. Art. 18 Abs. 4 FiDV BE; Art. 15, Art. 17 Abs. 2, Art. 18 Abs. 1 und 2 FiDV BE
Luzern eingeschränkt Lebende Köderfische sind verboten; tote Köderfische sind erlaubt, müssen aber aus demselben Gewässer stammen, in dem sie als Köder verwendet werden. § 24 FiV LU (Fang: § 23 FiV LU)
Uri eingeschränkt Lebende Koederfische sind ueberall verboten; tote Koederfische sind nur im Urnersee erlaubt und muessen aus dem Urnersee stammen. Art. 6 Abs. 6 lit. i FiR UR
Schwyz eingeschränkt Lebende Köderfische sind verboten; tote Köderfische sind nur in stehenden Gewässern erlaubt und nur solche, die im selben Gewässer gefangen wurden, während in den Fliessgewässern Köderfische überhaupt nicht zu den zugelassenen Ködern zählen. § 10 sowie § 8 Abs. 2 AB stehende Gewässer; § 7 Abs. 1 AB Fliessgewässer; § 8 AB Zürichsee/Obersee
Obwalden eingeschränkt Lebende Köderfische sind nur in wenigen Seen (Sarner-, Sewen- und Wichelsee) an bestimmten Stellen erlaubt, tote Köderfische nur in den Seen sowie in der Sarneraa; in den übrigen Fliessgewässern und bei der Freiangelfischerei sind Köderfische verboten. Art. 10 und Art. 13 Abs. 1 AB Fischerei OW (GDB 651.211); Merkblatt Fischerei OW 2026
Nidwalden eingeschränkt Lebende Köderfische sind verboten; tote Köderfische sind erlaubt, wenn sie aus dem Vierwaldstättersee stammen, und beim Freiangelrecht sind Köderfische ganz ausgeschlossen. § 12 AB Vierwaldstättersee
Glarus eingeschränkt Als Köder sind nur tote (oder konservierte) Köderfische erlaubt, und nur solche einer Art, die im befischten Gewässer natürlicherweise vorkommt. Art. 10 Abs. 1 und 2 Vollzugsverordnung Fischerei GL (VI E/31/3); Köderfischfang Art. 11
Zug eingeschränkt Lebende Köderfische sind verboten; tote bzw. natürliche Köder sind erlaubt, dürfen aber nur für den Eigenbedarf gefangen werden und nur aus Arten bestehen, die im befischten Gewässer natürlich vorkommen und keiner Schonbestimmung unterliegen. § 12a und § 13 Abs. 5 FiV ZG; § 7 FiG ZG; § 13a und § 14 Abs. 3 AB Zugersee
Solothurn eingeschränkt Lebende Köderfische sind verboten; tote Köderfische sind erlaubt, dürfen aber nur einheimische, nicht geschützte Fische (ausser Regenbogenforelle) sein und sind selbst für den Eigenbedarf zu fangen. § 17 und § 18 FiVO
Basel-Stadt eingeschränkt Lebende Köderfische sind verboten; tote Köderfische sind erlaubt, müssen aber aus dem befischten Gewässer stammen. § 13a Abs. 1 lit. b und § 18 FiV BS
Basel-Landschaft eingeschränkt Das Fischen mit lebenden Köderfischen ist verboten; tote Köderfische sind erlaubt, dürfen aber nur aus dem befischten Gewässer stammen und keiner geschützten Art angehören. § 10 Abs. 1 und § 11 FiV BL
Schaffhausen eingeschränkt Lebende Köderfische sind verboten; tote Köderfische sind bei der Pacht-/Kartenfischerei erlaubt und nur aus dem Gewässer zu entnehmen, in dem sie verwendet werden, während sie der Patentfischerei ganz untersagt sind. § 30 Abs. 4–6 Fischereiverordnung SH; § 31 Abs. 3 für die Patentfischerei (SHR 923.101)
Appenzell Ausserrhoden nicht geklärt Die kantonale Fischereiverordnung regelt nur den Fang von Köderfischen (bewilligungsfähig durch das Departement), nicht ausdrücklich die Verwendung lebender oder toter Köderfische.
Appenzell Innerrhoden eingeschränkt Lebende Köderfische sind verboten; tote oder künstliche Köder sind nur im Rahmen der Bundesvorschriften erlaubt. Art. 14 Abs. 2 FischV; Art. 15 und 16 FischV
St. Gallen eingeschränkt Lebende Köderfische sind verboten; tote Köderfische sind erlaubt, sofern es keine geschonten oder standortfremden Fischarten sind. Art. 11 FV SG
Graubünden eingeschränkt Lebende Köderfische sind verboten; als Köderfisch dürfen ausschliesslich tote Elritzen verwendet werden. Art. 33 FBV; Art. 34 FBV; Art. 37 FBV
Aargau eingeschränkt Lebende Köderfische sind nur in Weihern und Kleinseen bis 30 Hektaren erlaubt (heimisch, nur am Maul befestigt, nicht zum Schleppen); tote Köderfische sind grundsätzlich zulässig, am Hallwilersee und in der Grenz-Aare sind lebende Köderfische verboten. § 12 AFV; § 6 Übereinkunft Hallwilersee (SAR 935.040); § 6 Abs. 4 Übereinkunft Aare AG/SO (SAR 935.030)
Thurgau eingeschränkt Lebende Köderfische sind verboten; tote Köderfische sind nur eingeschränkt erlaubt und müssen aus dem Einzugsgebiet stammen und dürfen keine geschützten oder geschonten Arten sein. § 17 FiV; § 14 Abs. 1 FiV; Ziff. III.2 Bestimmungen Bodensee-Obersee; § 26 Abs. 5 Unterseefischereiordnung
Freiburg eingeschränkt Les poissons-appâts vivants sont interdits pour la pêche de loisir à la ligne; seule une liste fermée d'espèces peut être utilisée comme appât mort, sauf exception pour les pêcheurs professionnels sur le lac de Morat. art. 15 OPêche; art. 24 al. 1 LPêche; art. 28 Concordat Morat; art. 28 Concordat Neuchâtel; art. 56 Concordat Morat (exception pêcheurs professionnels)
Waadt eingeschränkt Les poissons d'appât vivants sont interdits dans toutes les eaux vaudoises (rivières, Léman, Neuchâtel, Morat) ; le poisson mort est en revanche autorisé comme leurre dans les rivières et lacs cantonaux, et sur les lacs de Neuchâtel et de Morat les poissons servant d'appât doivent en outre provenir du même lac. art. 37 et 28 Directives rivières 2025-2027 ; art. 45 Règlement Léman ; art. 28 RC-Pêche-NE ; art. 28 RC-Pêche-Morat
Wallis eingeschränkt Les poissons-appâts vivants sont interdits dans tout le canton, sauf dans les gouilles de plaine du Rhône pour les pêcheurs justifiant de connaissances suffisantes, et seulement pour des espèces indigènes précises. art. 9 OcPê
Neuenburg eingeschränkt Dans la majorité des cours d'eau du canton, les poissons d'appât vivants sont interdits et seuls les vairons morts sont admis comme appât ; plusieurs eaux dormantes les autorisent sous conditions strictes. art. 25 arrêté pêche NE 2026 (règle générale Areuse/Seyon) ; exceptions art. 33, 35, 36 (Doubs), art. 48, 56, 64, 71 (Thielle, Vieille Thielle, Loclat, Taillères) ; art. 34 concordat lac NE
Genf eingeschränkt Les poissons d'appât vivants sont interdits dans les rivières genevoises sauf dans le Rhône, où ils doivent être accrochés uniquement par la bouche ; dans le lac Léman ils sont autorisés sous conditions strictes de méthode ; le poisson mort est autorisé en tout temps. art. 13 al. 3 et art. 14 RPêche GE ; art. 45 Règlement Léman
Jura eingeschränkt Seuls des poissons-appâts morts, de quatre espèces précises, sont autorisés ; les poissons-appâts vivants ne figurent pas dans la liste exhaustive des appâts admis. art. 28 al. 3 let. d et art. 29 let. h Règlement pêche JU 2026-2029
Tessin eingeschränkt Il pesciolino vivo come esca è vietato in tutti i corsi d'acqua ed è ammesso solo nel Verbano, nel Ceresio e nel Tresa e — a condizioni precise — nei laghi alpini e bacini numerati, mentre il pesciolino morto resta consentito purché non appartenga a specie protette, sottomisura o minacciate. art. 6 cpv. 2 lett. d, g, t RALCSP; art. 7 RALCSP; art. 23 RALCSP; all. 1 art. 3 cpv. 2 e tabella 2; all. 2 art. 3 cpv. 2 e tabella 4; all. 3 art. 4 cpv. 2 e art. 5 lett. h

„Eingeschränkt" heisst: erlaubt, aber an Bedingungen geknüpft — Zeit, Gewässer, Methode oder eine Bewilligung. Was genau gilt, steht auf der Kantonsseite. Ohne Gewähr.

Häufige Fragen

Sind lebende Köderfische erlaubt?

Das entscheidet der Kanton. Über die 26 Kantone ist Köderfisch in 25 eingeschränkt und in 1 nicht abschliessend geklärt. Diese Seite stellt sie nebeneinander, jede Angabe mit Fundstelle im amtlichen Erlass.

Gilt die Regel im ganzen Kanton gleich?

Nicht immer. Gerade an Konkordats- und Grenzgewässern — Bodensee, Vierwaldstättersee, Zugersee, Genfersee — gelten oft eigene, interkantonale Vorschriften. Wo das der Fall ist, steht es auf der Kantonsseite.

Was gibt der Bund vor?

Art. 5b VBGF knüpft die Verwendung lebender Köderfische und von Haken mit Widerhaken an Bedingungen; die Kantone führen das aus und dürfen strenger sein. Dazu gilt die Tierschutzgesetzgebung schweizweit.

Weitere Ausübungsregeln

Köderfisch je Kanton