Fangmass
Fangmass Seesaibling im Kanton St. Gallen
Das Fangmindestmass für den Seesaibling beträgt im Kanton St. Gallen 22 Zentimeter. Wer einen kürzeren Fisch fängt, setzt ihn unverzüglich und schonend zurück. Der Bund gibt für diese Art 22 cm vor (Art. 2 VBGF). Die Kantone dürfen dieses Mass erhöhen, aber nie unterschreiten.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Fischart | Seesaibling (Salvelinus umbla) |
| Kanton | St. Gallen (SG) |
| Fangmass Kanton | 22 cm |
| Untergrenze Bund | 22 cm |
| Schonzeit | 01.10.–31.01. |
| Fundstelle | FV SG, Art. 5 und Art. 6 FV SG i.V.m. Anhang 1 und Anhang 2 FV SG |
Kantonsrecht über der Untergrenze des Bundes. Die Vorschriften deines Gewässers können strenger sein. Ohne Gewähr.
So wird gemessen
Fische werden von der Kopfspitze bis zu den Spitzen der natürlich ausgebreiteten Schwanzflossen gemessen, Krebse vom Stirnschnabel bis zum Schwanzende. Diese Messregel steht in Art. 2 Abs. 2 VBGF und gilt in der ganzen Schweiz gleich — unabhängig davon, welcher Kanton das Mass festgelegt hat. Der Unterschied zur oft gewohnten Messung bis zur Flossengabel beträgt je nach Art rund einen Zentimeter und entscheidet im Grenzfall darüber, ob eine Entnahme zulässig ist.
Art. 6 Abs. 2 FV SG: Das Fangmass wird gemessen «bei Fischen von der Kopfspitze bis zu den Enden der natürlich ausgebreiteten Schwanzflosse», «bei Krebsen vom Stirnschnabel bis zum Schwanzende». Abweichend im Bodensee-Obersee: Art. 27 Abs. 3 V UVEK Bodensee-Obersee (SR 923.31) — «der Abstand von der Kopfspitze bis zum Ende der zusammengelegten Schwanzflosse». Im Zürichsee/Obersee und im Walensee: § 5 AB Zürichsee/Obersee bzw. § 6 Abs. 1 AB Walensee — «von der Kopfspitze bis zum Ende der Schwanzflosse». Im Linthkanal: § 9 Abs. 1 AB Linthkanal — «von der Kopfspitze bis zum Ende der natürlich ausgebreiteten Schwanzflosse».
Was du dazu wissen solltest
Zählt zu den «Edelfischen» der Tagesfanglimite von sechs Stück (Art. 12 FV).
Abweichende Masse im Kanton St. Gallen
In diesen Gewässern gilt für Seesaibling ein anderes Mass als die kantonale Grundregel:
| Gilt für | Schonzeit | Fangmass | Fundstelle |
|---|---|---|---|
| Alpenrhein (st.gallischer Rhein) | 01.10.–31.01. | 22 cm | Anhang 1 («Schonzeiten im Alpenrhein») und Anhang 2 FV SG; Fischereibestimmungen Alpenrhein des ANJF, Ziff. IV lit. d |
| Bodensee-Obersee (st.gallischer Teil) | 01.11.–31.12. | kein Fangmass | Art. 27 Abs. 1 lit. e V UVEK Bodensee-Obersee (SR 923.31); Fischereibestimmungen Bodensee-Obersee des ANJF (Dezember 2025), Ziff. IV.1 lit. f |
| Zürichsee und Obersee | 01.10.–25.12. | 25 cm | § 4 Abs. 1 lit. b und § 5 Abs. 1 lit. b AB Zürichsee/Obersee |
| Walensee | 01.10.–25.12. | kein Fangmass | § 5 lit. b und § 6 Abs. 2 AB Walensee |
| Linthkanal | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | — |
Bodensee-Obersee (st.gallischer Teil):Kein Fangmindestmass; stattdessen Tagesfanglimite von 5 Saiblingen je Angelfischerin oder Angelfischer.
Zürichsee und Obersee:Tagesfanglimite 5 Seesaiblinge (§ 14 Abs. 1 lit. c AB, Fassung seit 1. Januar 2026).
Walensee:§ 6 Abs. 2 AB Walensee hält ausdrücklich fest: «Das Schonmass für Seesaibling und Albeli (Kleinfelchen) wird aufgehoben.»
Linthkanal:§ 8 und § 9 AB Linthkanal nennen nur Forelle, Äsche und Felchen.
An der Kantonsgrenze
Der Seesaibling muss im Kanton St. Gallen 22 Zentimeter messen. Über die gemeinsamen Gewässer Zürichsee, Rhein, Thur und 2 weitere grenzt der Kanton an 3 Nachbarn, die etwas anderes verlangen. Zürich 25 cm, Graubünden 24 cm und Glarus 23 cm — 1 bis 3 Zentimeter mehr, am selben Wasser. Schwyz, Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Schaffhausen und 4 weitere führen für diese Art kein eigenes Mass; dort zählen die Vorgabe des Bundes und die Regeln des Gewässers.
Quelle & Stand
- Rechtsgrundlage 1
- Fischereiverordnung (sGS 854.11)
- Fundstelle
- Art. 5 und Art. 6 FV SG i.V.m. Anhang 1 und Anhang 2 FV SG
- Fassung
- vom 2. Dezember 2008 (Stand 1. April 2026); Grunderlass nGS 44–32, in Vollzug ab 1. Januar 2009; Anhang 1 und Anhang 2 zuletzt geändert durch III. Nachtrag vom 24. Februar 2026, nGS 2026-009, in Vollzug ab 1. April 2026
- Quelle abgerufen am
- 15. August 2026 · amtlicher Volltext
- Rechtsgrundlage 2
- Verordnung vom 24. November 1993 zum Bundesgesetz über die Fischerei (SR 923.01)
- Fassung
- Vom 24. November 1993, Stand am 1. Januar 2021
- Quelle abgerufen am
- 15. August 2026 · amtlicher Volltext
Häufige Fragen
Wie gross muss der Seesaibling im Kanton St. Gallen sein?
Mindestens 22 Zentimeter. Untermassige Fische sind unverzüglich und schonend zurückzusetzen.
Wie wird ein Fisch richtig gemessen?
Fische werden von der Kopfspitze bis zu den Spitzen der natürlich ausgebreiteten Schwanzflossen gemessen, Krebse vom Stirnschnabel bis zum Schwanzende. Das steht so in Art. 2 Abs. 2 VBGF und gilt in der ganzen Schweiz einheitlich. Gemessen wird also nicht bis zur Schwanzflossengabel, sondern bis zu den Spitzen — das macht je nach Art einen guten Zentimeter aus und entscheidet im Grenzfall.
Warum unterscheiden sich die Masse von Kanton zu Kanton?
Weil das Fischereirecht in der Schweiz zweistufig ist. Der Bund legt in Art. 2 VBGF nur eine Untergrenze fest. Die Kantone dürfen sie nach Art. 2 Abs. 4 VBGF erhöhen und auf weitere Arten ausdehnen — und sind dazu sogar verpflichtet, wenn es die nachhaltige Nutzung der Bestände verlangt. Deshalb ist derselbe Fisch im Nachbarkanton mitunter erst später entnehmbar.
Gilt das Mass im ganzen Kanton St. Gallen?
Nein. Abweichende Masse gelten in: Alpenrhein (st.gallischer Rhein), Bodensee-Obersee (st.gallischer Teil), Zürichsee und Obersee, Walensee, Linthkanal. Gerade an Konkordats- und Grenzgewässern sowie in Bergseen weicht das Mass regelmässig ab.
Weiter prüfen
Wann der Seesaibling geschont ist, steht auf der Seite Schonzeit Seesaibling im Kanton St. Gallen. Ob du an einem bestimmten Tag entnehmen darfst, beantwortet der Checker „Darf ich fischen?". Die passende Hakengrösse für Seesaibling zeigt die Hakengrössen-Tabelle.
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