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Fangmass

Fangmass Seeforelle im Kanton St. Gallen

Das Fangmindestmass für die Seeforelle beträgt im Kanton St. Gallen 60 Zentimeter. Wer einen kürzeren Fisch fängt, setzt ihn unverzüglich und schonend zurück. Der Bund gibt für diese Art 35 cm in grösseren stehenden Gewässern unter 800 m Meereshöhe, 22 cm in den übrigen Gewässern vor (Art. 2 VBGF). Die Kantone dürfen dieses Mass erhöhen, aber nie unterschreiten.

AngabeWert
FischartSeeforelle (Salmo trutta lacustris)
KantonSt. Gallen (SG)
Fangmass Kanton60 cm
Untergrenze Bund35 cm in grösseren stehenden Gewässern unter 800 m Meereshöhe, 22 cm in den übrigen Gewässern
Schonzeit01.10.–28.02.
FundstelleFV SG, Art. 5 und Art. 6 FV SG i.V.m. Anhang 1 und Anhang 2 FV SG

Kantonsrecht über der Untergrenze des Bundes. Die Vorschriften deines Gewässers können strenger sein. Ohne Gewähr.

So wird gemessen

Fische werden von der Kopfspitze bis zu den Spitzen der natürlich ausgebreiteten Schwanzflossen gemessen, Krebse vom Stirnschnabel bis zum Schwanzende. Diese Messregel steht in Art. 2 Abs. 2 VBGF und gilt in der ganzen Schweiz gleich — unabhängig davon, welcher Kanton das Mass festgelegt hat. Der Unterschied zur oft gewohnten Messung bis zur Flossengabel beträgt je nach Art rund einen Zentimeter und entscheidet im Grenzfall darüber, ob eine Entnahme zulässig ist.

Art. 6 Abs. 2 FV SG: Das Fangmass wird gemessen «bei Fischen von der Kopfspitze bis zu den Enden der natürlich ausgebreiteten Schwanzflosse», «bei Krebsen vom Stirnschnabel bis zum Schwanzende». Abweichend im Bodensee-Obersee: Art. 27 Abs. 3 V UVEK Bodensee-Obersee (SR 923.31) — «der Abstand von der Kopfspitze bis zum Ende der zusammengelegten Schwanzflosse». Im Zürichsee/Obersee und im Walensee: § 5 AB Zürichsee/Obersee bzw. § 6 Abs. 1 AB Walensee — «von der Kopfspitze bis zum Ende der Schwanzflosse». Im Linthkanal: § 9 Abs. 1 AB Linthkanal — «von der Kopfspitze bis zum Ende der natürlich ausgebreiteten Schwanzflosse».

Was du dazu wissen solltest

Anhang 1 FV nennt als Ende «28. bzw. 29. Februar». Das Fangmass von 60 cm wurde durch den III. Nachtrag vom 24. Februar 2026 (nGS 2026-009) festgesetzt und gilt seit dem 1. April 2026.

Abweichende Masse im Kanton St. Gallen

In diesen Gewässern gilt für Seeforelle ein anderes Mass als die kantonale Grundregel:

Gilt fürSchonzeitFangmassFundstelle
Alpenrhein (st.gallischer Rhein)01.10.–31.01.60 cmAnhang 1 («Schonzeiten im Alpenrhein») und Anhang 2 FV SG; Fischereibestimmungen Alpenrhein des ANJF
Bodensee-Obersee (st.gallischer Teil)01.11.–10.01.60 cmArt. 27 Abs. 1 lit. c V UVEK Bodensee-Obersee (SR 923.31) für die Schonzeit; Fischereibestimmungen Bodensee-Obersee des ANJF (Dezember 2025), Ziff. IV.1 lit. d, sowie Anhang 2 FV SG für das Fangmass von 60 cm
Zürichsee und Obersee01.10.–25.12.40 cm§ 4 Abs. 1 lit. a und § 5 Abs. 1 lit. a AB Zürichsee/Obersee («Forellen»)
Walensee01.10.–25.12.40 cm§ 5 lit. a und § 6 Abs. 1 lit. a AB Walensee («Forellen»)
Linthkanal01.10.–31.01.32 cm§ 8 Abs. 1 lit. a und § 9 Abs. 1 lit. a AB Linthkanal («Forelle»)

Alpenrhein (st.gallischer Rhein):Zusätzliche Schonzeit für Bach- und Seeforellen ab 60 cm vom 15. Juli bis 30. September (Fussnote 2 zu Anhang 1 FV). Das amtliche Merkblatt Alpenrhein 2026 nennt abweichend 15. Juli bis 31. Januar für Forellen ab 50 cm (siehe luecken).

Bodensee-Obersee (st.gallischer Teil):Die Verordnung des UVEK (SR 923.31, Stand 1. Januar 2024) nennt für «Forellen» ein Fangmindestmass von 50 cm. Der Kanton St.Gallen wendet — gestützt auf Art. 5 Abs. 3 SR 923.31 und Anhang 2 FV — für seinen Seeteil 60 cm an; so auch das amtliche Merkblatt vom Dezember 2025. Die Schonzeiten am Bodensee beginnen und enden am angegebenen Tag jeweils um 12.00 Uhr (Art. 27 Abs. 2 SR 923.31).

Zürichsee und Obersee:Sammelbegriff «Forellen». Zum Schutz der Seeforelle ist die Fischerei vom 16. November bis 31. Januar im Radius von 100 m um 13 bezeichnete Zuflüsse verboten (Anhang V AB).

Walensee:Sammelbegriff «Forellen».

An der Kantonsgrenze

Die Seeforelle muss im Kanton St. Gallen 60 Zentimeter messen. Über die gemeinsamen Gewässer Sitter, Goldach, Necker und 7 weitere grenzt der Kanton an 8 Nachbarn, die etwas anderes verlangen. Appenzell Ausserrhoden 22 cm, Aargau 22 cm, Glarus 23 cm, Graubünden 24 cm und 4 weitere — 20 bis 38 Zentimeter weniger, am selben Wasser. Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Appenzell Innerrhoden führen für diese Art kein eigenes Mass; dort zählen die Vorgabe des Bundes und die Regeln des Gewässers.

Quelle & Stand

Rechtsgrundlage 1
Fischereiverordnung (sGS 854.11)
Fundstelle
Art. 5 und Art. 6 FV SG i.V.m. Anhang 1 und Anhang 2 FV SG
Fassung
vom 2. Dezember 2008 (Stand 1. April 2026); Grunderlass nGS 44–32, in Vollzug ab 1. Januar 2009; Anhang 1 und Anhang 2 zuletzt geändert durch III. Nachtrag vom 24. Februar 2026, nGS 2026-009, in Vollzug ab 1. April 2026
Quelle abgerufen am
15. August 2026 · amtlicher Volltext
Rechtsgrundlage 2
Verordnung vom 24. November 1993 zum Bundesgesetz über die Fischerei (SR 923.01)
Fassung
Vom 24. November 1993, Stand am 1. Januar 2021
Quelle abgerufen am
15. August 2026 · amtlicher Volltext

Häufige Fragen

Wie gross muss die Seeforelle im Kanton St. Gallen sein?

Mindestens 60 Zentimeter. Untermassige Fische sind unverzüglich und schonend zurückzusetzen.

Wie wird ein Fisch richtig gemessen?

Fische werden von der Kopfspitze bis zu den Spitzen der natürlich ausgebreiteten Schwanzflossen gemessen, Krebse vom Stirnschnabel bis zum Schwanzende. Das steht so in Art. 2 Abs. 2 VBGF und gilt in der ganzen Schweiz einheitlich. Gemessen wird also nicht bis zur Schwanzflossengabel, sondern bis zu den Spitzen — das macht je nach Art einen guten Zentimeter aus und entscheidet im Grenzfall.

Warum unterscheiden sich die Masse von Kanton zu Kanton?

Weil das Fischereirecht in der Schweiz zweistufig ist. Der Bund legt in Art. 2 VBGF nur eine Untergrenze fest. Die Kantone dürfen sie nach Art. 2 Abs. 4 VBGF erhöhen und auf weitere Arten ausdehnen — und sind dazu sogar verpflichtet, wenn es die nachhaltige Nutzung der Bestände verlangt. Deshalb ist derselbe Fisch im Nachbarkanton mitunter erst später entnehmbar.

Gilt das Mass im ganzen Kanton St. Gallen?

Nein. Abweichende Masse gelten in: Alpenrhein (st.gallischer Rhein), Bodensee-Obersee (st.gallischer Teil), Zürichsee und Obersee, Walensee, Linthkanal. Gerade an Konkordats- und Grenzgewässern sowie in Bergseen weicht das Mass regelmässig ab.

Weiter prüfen

Wann die Seeforelle geschont ist, steht auf der Seite Schonzeit Seeforelle im Kanton St. Gallen. Ob du an einem bestimmten Tag entnehmen darfst, beantwortet der Checker „Darf ich fischen?". Die passende Hakengrösse für Seeforelle zeigt die Hakengrössen-Tabelle.

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