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Fangmass

Fangmass Seeforelle im Kanton Bern

Das Fangmindestmass für die Seeforelle beträgt im Kanton Bern 45 Zentimeter. Wer einen kürzeren Fisch fängt, setzt ihn unverzüglich und schonend zurück. Der Bund gibt für diese Art 35 cm in grösseren stehenden Gewässern unter 800 m Meereshöhe, 22 cm in den übrigen Gewässern vor (Art. 2 VBGF). Die Kantone dürfen dieses Mass erhöhen, aber nie unterschreiten.

AngabeWert
FischartSeeforelle (Salmo trutta lacustris)
KantonBern (BE)
Fangmass Kanton45 cm
Untergrenze Bund35 cm in grösseren stehenden Gewässern unter 800 m Meereshöhe, 22 cm in den übrigen Gewässern
Schonzeit01.09.–31.01.
FundstelleAnhang 1 FiDV, Anhang 1 Bst. c Ziff. 10 FiDV i. V. m. Art. 3 Abs. 1 FiDV

Kantonsrecht über der Untergrenze des Bundes. Die Vorschriften deines Gewässers können strenger sein. Ohne Gewähr.

So wird gemessen

Fische werden von der Kopfspitze bis zu den Spitzen der natürlich ausgebreiteten Schwanzflossen gemessen, Krebse vom Stirnschnabel bis zum Schwanzende. Diese Messregel steht in Art. 2 Abs. 2 VBGF und gilt in der ganzen Schweiz gleich — unabhängig davon, welcher Kanton das Mass festgelegt hat. Der Unterschied zur oft gewohnten Messung bis zur Flossengabel beträgt je nach Art rund einen Zentimeter und entscheidet im Grenzfall darüber, ob eine Entnahme zulässig ist.

Der Kanton Bern regelt die Messweise nicht selbst. Anhang 1 FiDV gibt die Fangmindestmasse und Fangfenster in Zentimetern an, ohne die Messstrecke zu definieren; es gilt daher Artikel 2 Absatz 2 VBGF (SR 923.01): gemessen wird von der Kopfspitze bis zu den Spitzen der natürlich ausgebreiteten Schwanzflosse. Ergänzend verbietet Artikel 3 Absatz 4 FiDV, Fische und Krebse mit einem Fangmindestmass zu verstümmeln. Artikel 3 Absatz 3 FiDV bestimmt, dass bei der Kontrolle vorgefundene Fische und Krebse als in demjenigen Gewässer gefangen gelten, an dem sich die Fischerin oder der Fischer aufhält.

Was du dazu wissen solltest

Anhang 1 FiDV unterscheidet nicht zwischen Bach- und Seeforelle, sondern regelt sie gemeinsam als «Bach- bzw. Seeforelle»; massgebend ist ausschliesslich das Gewässer. Basiswert hier = Ziff. 10 (Brienzersee, Thunersee, Bielersee), die klassischen Seeforellengewässer des Kantons. In den Fliessgewässern gelten die Werte der Ziffern 1–9 bzw. die Fangfenster der Ziffern 11–16 — siehe die identische Variantenliste bei «bachforelle». Behändigte Seeforellen sind in der Fangstatistik separat mit Körperlänge in Zentimetern einzutragen (Anhang 3 Ziff. 4 FiDV). Fangzahl: höchstens 3 Forellen pro Tag aus Brienzer-, Thuner- und Bielersee, 30 pro Kalenderjahr; insgesamt höchstens 6 Forellen und Saiblinge pro Tag und 150 pro Jahr (Art. 14 FiDV).

Abweichende Masse im Kanton Bern

In diesen Gewässern gilt für Seeforelle ein anderes Mass als die kantonale Grundregel:

Gilt fürSchonzeitFangmassFundstelle
Aare (vom Stauwehr Räterichsbodensee bis zur Einmündung in den Brienzersee), Arnensee, Engstlensee, Gelmersee, Kander, Lombach, Lütschinen, Mattenalpsee, Oeschinensee, Räterichsbodensee, Saane (Grenze FR/BE bis Einmündung Aare), Schwarzwasser, Sense, Simme, Zulg und alle übrigen Gewässer und Gewässerabschnitte mit staatlichem oder privatem Fischereirecht01.10.–15.03.24 cmAnhang 1 Bst. c Ziff. 4 FiDV
Engstligen, Fildrich, Grischbach, Kiene mit Gorneren- und Spiggenbach, Kirel, Narrenbach, Reichenbach, Saane (Grenze VS/BE–Grenze BE/VD), Kleine Simme, Sorne, Suld, Urbach sowie alle staatlichen Pachtgewässer und privaten Fischgewässer des Oberlandes und des Berner Juras01.10.–15.03.22 cmAnhang 1 Bst. c Ziff. 1 FiDV
Emme (oberhalb der Heidbühlbrücke bei Eggiwil) und Ilfis01.10.–15.03.26 cmAnhang 1 Bst. c Ziff. 2 FiDV
Emme (unterhalb der Heidbühlbrücke bei Eggiwil)01.10.–15.03.30 cmAnhang 1 Bst. c Ziff. 5 FiDV
Alte Aare und Schüss01.10.–15.03.26 cmAnhang 1 Bst. c Ziff. 6 FiDV
Birs (auf dem Gebiet des Kantons Bern)01.10.–15.03.25 cmAnhang 1 Bst. c Ziff. 6a FiDV
Aare (von der Ausmündung aus dem Bielersee bis zur Kantonsgrenze in Murgenthal einschliesslich Aarestauseen) und Zihl (bei Nidau)01.10.–15.03.38 cmAnhang 1 Bst. c Ziff. 7 FiDV
Gürbe01.10.–15.03.28 cmAnhang 1 Bst. c Ziff. 7a FiDV
Aare (von der Ausmündung aus dem Brienzersee bis zur Einmündung in den Thunersee einschliesslich Schifffahrtskanal Interlaken sowie unterhalb des Stauwehrs des Wohlensees bis zur Einmündung in den Bielersee)01.10.–15.03.30 cmAnhang 1 Bst. c Ziff. 8 FiDV
Aare (von der Ausmündung aus dem Thunersee bis zum Stauwehr des Wohlensees)01.10.–15.03.34 cmAnhang 1 Bst. c Ziff. 9 FiDV
Aare (vom Stauwehr Räterichsboden bis zur Einmündung in den Brienzersee), Kander, Lombach, Lütschinen — Fangfenster01.10.–15.03.24–45 cmAnhang 1 Bst. c Ziff. 11 i. V. m. Ziff. 4 FiDV
Schüss (von der Wasserrückgabe des Kraftwerks der Bielersee Kraftwerke AG in Bözingen bis zur Einmündung in den Bielersee) — Fangfenster01.10.–15.03.26–45 cmAnhang 1 Bst. c Ziff. 12 i. V. m. Ziff. 6 FiDV
Urbach und Reichenbach — Fangfenster01.10.–15.03.22–45 cmAnhang 1 Bst. c Ziff. 14 i. V. m. Ziff. 1 FiDV

Aare (vom Stauwehr Räterichsbodensee bis zur Einmündung in den Brienzersee), Arnensee, Engstlensee, Gelmersee, Kander, Lombach, Lütschinen, Mattenalpsee, Oeschinensee, Räterichsbodensee, Saane (Grenze FR/BE bis Einmündung Aare), Schwarzwasser, Sense, Simme, Zulg und alle übrigen Gewässer und Gewässerabschnitte mit staatlichem oder privatem Fischereirecht:Dies ist der Auffangtatbestand für alle nicht eigens genannten Gewässer, einschliesslich der Bergseen nach Art. 1 Abs. 2 FiV.

Birs (auf dem Gebiet des Kantons Bern):Zusätzlich Fangfenster nach Ziff. 16: im Fangzeitraum 16.03.–30.09. Entnahme nur von 25–32 cm sowie ab 40 cm.

Aare (von der Ausmündung aus dem Brienzersee bis zur Einmündung in den Thunersee einschliesslich Schifffahrtskanal Interlaken sowie unterhalb des Stauwehrs des Wohlensees bis zur Einmündung in den Bielersee):Zusätzlich Fangfenster nach Ziff. 13 für die Aare Interlaken und den Schifffahrtskanal Interlaken: 16.03.–31.08. Entnahme nur von 30–37 cm und ab 45 cm, 01.09.–30.09. nur von 30–45 cm.

Aare (von der Ausmündung aus dem Thunersee bis zum Stauwehr des Wohlensees):Zusätzlich Fangfenster nach Ziff. 15 bis zum Engehaldestauwehr: 16.03.–30.09. Entnahme nur von 34–40 cm und ab 50 cm.

Aare (vom Stauwehr Räterichsboden bis zur Einmündung in den Brienzersee), Kander, Lombach, Lütschinen — Fangfenster:Im Fangzeitraum 01.09.–30.09. dürfen nur Forellen von 24–45 cm entnommen werden.

Schüss (von der Wasserrückgabe des Kraftwerks der Bielersee Kraftwerke AG in Bözingen bis zur Einmündung in den Bielersee) — Fangfenster:Im Fangzeitraum 01.09.–30.09. dürfen nur Forellen von 26–45 cm entnommen werden.

Urbach und Reichenbach — Fangfenster:Im Fangzeitraum 01.09.–30.09. dürfen nur Forellen von 22–45 cm entnommen werden.

An der Kantonsgrenze

Die Seeforelle muss im Kanton Bern 45 Zentimeter messen. Über die gemeinsamen Gewässer Aare, Saane, Ilfis und Zihlkanal grenzt der Kanton an 5 Nachbarn, die etwas anderes verlangen. Aargau 22 cm, Waadt 24 cm, Luzern 35 cm, Wallis 35 cm und Neuenburg 40 cm — 5 bis 23 Zentimeter weniger, am selben Wasser. Unverändert bleibt es gegenüber Freiburg. Solothurn, Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Jura führen für diese Art kein eigenes Mass; dort zählen die Vorgabe des Bundes und die Regeln des Gewässers.

Quelle & Stand

Rechtsgrundlage 1
Anhang 1 zu Artikel 3 Absatz 1 und 2 der Direktionsverordnung über die Fischerei — Fangmindestmasse und Schonzeiten (BSG 923.111.1-A1)
Fundstelle
Anhang 1 Bst. c Ziff. 10 FiDV i. V. m. Art. 3 Abs. 1 FiDV
Fassung
Stand 01.01.2026 (PDF mit den Anhängen 1–6 der FiDV, Version 3323 der bernischen Erlasssammlung BELEX)
Quelle abgerufen am
15. August 2026 · amtlicher Volltext
Rechtsgrundlage 2
Verordnung vom 24. November 1993 zum Bundesgesetz über die Fischerei (SR 923.01)
Fassung
Vom 24. November 1993, Stand am 1. Januar 2021
Quelle abgerufen am
15. August 2026 · amtlicher Volltext

Häufige Fragen

Wie gross muss die Seeforelle im Kanton Bern sein?

Mindestens 45 Zentimeter. Untermassige Fische sind unverzüglich und schonend zurückzusetzen.

Wie wird ein Fisch richtig gemessen?

Fische werden von der Kopfspitze bis zu den Spitzen der natürlich ausgebreiteten Schwanzflossen gemessen, Krebse vom Stirnschnabel bis zum Schwanzende. Das steht so in Art. 2 Abs. 2 VBGF und gilt in der ganzen Schweiz einheitlich. Gemessen wird also nicht bis zur Schwanzflossengabel, sondern bis zu den Spitzen — das macht je nach Art einen guten Zentimeter aus und entscheidet im Grenzfall.

Warum unterscheiden sich die Masse von Kanton zu Kanton?

Weil das Fischereirecht in der Schweiz zweistufig ist. Der Bund legt in Art. 2 VBGF nur eine Untergrenze fest. Die Kantone dürfen sie nach Art. 2 Abs. 4 VBGF erhöhen und auf weitere Arten ausdehnen — und sind dazu sogar verpflichtet, wenn es die nachhaltige Nutzung der Bestände verlangt. Deshalb ist derselbe Fisch im Nachbarkanton mitunter erst später entnehmbar.

Gilt das Mass im ganzen Kanton Bern?

Nein. Abweichende Masse gelten in: Aare (vom Stauwehr Räterichsbodensee bis zur Einmündung in den Brienzersee), Arnensee, Engstlensee, Gelmersee, Kander, Lombach, Lütschinen, Mattenalpsee, Oeschinensee, Räterichsbodensee, Saane (Grenze FR/BE bis Einmündung Aare), Schwarzwasser, Sense, Simme, Zulg und alle übrigen Gewässer und Gewässerabschnitte mit staatlichem oder privatem Fischereirecht, Engstligen, Fildrich, Grischbach, Kiene mit Gorneren- und Spiggenbach, Kirel, Narrenbach, Reichenbach, Saane (Grenze VS/BE–Grenze BE/VD), Kleine Simme, Sorne, Suld, Urbach sowie alle staatlichen Pachtgewässer und privaten Fischgewässer des Oberlandes und des Berner Juras, Emme (oberhalb der Heidbühlbrücke bei Eggiwil) und Ilfis, Emme (unterhalb der Heidbühlbrücke bei Eggiwil), Alte Aare und Schüss, Birs (auf dem Gebiet des Kantons Bern), Aare (von der Ausmündung aus dem Bielersee bis zur Kantonsgrenze in Murgenthal einschliesslich Aarestauseen) und Zihl (bei Nidau), Gürbe, Aare (von der Ausmündung aus dem Brienzersee bis zur Einmündung in den Thunersee einschliesslich Schifffahrtskanal Interlaken sowie unterhalb des Stauwehrs des Wohlensees bis zur Einmündung in den Bielersee), Aare (von der Ausmündung aus dem Thunersee bis zum Stauwehr des Wohlensees), Aare (vom Stauwehr Räterichsboden bis zur Einmündung in den Brienzersee), Kander, Lombach, Lütschinen — Fangfenster, Schüss (von der Wasserrückgabe des Kraftwerks der Bielersee Kraftwerke AG in Bözingen bis zur Einmündung in den Bielersee) — Fangfenster, Urbach und Reichenbach — Fangfenster. Gerade an Konkordats- und Grenzgewässern sowie in Bergseen weicht das Mass regelmässig ab.

Weiter prüfen

Wann die Seeforelle geschont ist, steht auf der Seite Schonzeit Seeforelle im Kanton Bern. Ob du an einem bestimmten Tag entnehmen darfst, beantwortet der Checker „Darf ich fischen?". Die passende Hakengrösse für Seeforelle zeigt die Hakengrössen-Tabelle.

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