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Fangmass

Fangmass Bachforelle im Kanton Graubünden

Das Fangmindestmass für die Bachforelle beträgt im Kanton Graubünden 24 Zentimeter. Wer einen kürzeren Fisch fängt, setzt ihn unverzüglich und schonend zurück. Der Bund gibt für diese Art 35 cm in grösseren stehenden Gewässern unter 800 m Meereshöhe, 22 cm in den übrigen Gewässern vor (Art. 2 VBGF). Die Kantone dürfen dieses Mass erhöhen, aber nie unterschreiten.

AngabeWert
FischartBachforelle (Salmo trutta fario)
KantonGraubünden (GR)
Fangmass Kanton24 cm
Untergrenze Bund35 cm in grösseren stehenden Gewässern unter 800 m Meereshöhe, 22 cm in den übrigen Gewässern
Schonzeitkeine Schonzeit
FundstelleFBV GR, Art. 11 und Art. 19 FBV i. V. m. Anhang 1 Ziff. II FBV

Kantonsrecht über der Untergrenze des Bundes. Die Vorschriften deines Gewässers können strenger sein. Ohne Gewähr.

So wird gemessen

Fische werden von der Kopfspitze bis zu den Spitzen der natürlich ausgebreiteten Schwanzflossen gemessen, Krebse vom Stirnschnabel bis zum Schwanzende. Diese Messregel steht in Art. 2 Abs. 2 VBGF und gilt in der ganzen Schweiz gleich — unabhängig davon, welcher Kanton das Mass festgelegt hat. Der Unterschied zur oft gewohnten Messung bis zur Flossengabel beträgt je nach Art rund einen Zentimeter und entscheidet im Grenzfall darüber, ob eine Entnahme zulässig ist.

«Für die Bestimmung des Fangmasses sind die Fische von der Kopfspitze bis zu den Spitzen der natürlich ausgebreiteten Schwanzflosse zu messen.» — Art. 18 Abs. 2 FBV (BR 760.155).

Was du dazu wissen solltest

Keine artspezifische Kalender-Schonzeit; der Schutz läuft über die Fangzeit (Art. 11 FBV, abweichende Fangzeiten Anhang 2 FBV). Das Fangmass wird gewässerspezifisch festgelegt (Art. 19 Abs. 1 FBV, Anhang 1 Ziff. II); Grundmass ist 24 cm, in vielen Abschnitten gilt stattdessen ein Fangfenster 26–34 cm. Die Entnahme von Bach- und Seeforellen ab 50 cm ist generell erlaubt, vorbehältlich der Schonzeitregelung nach Art. 15 FBV (Art. 19 Abs. 2 FBV). Bachforelle ist Edelfisch im Sinn von Art. 21 FBV (Fangzahlbeschränkungen nach Art. 22 FBV).

Abweichende Masse im Kanton Graubünden

In diesen Gewässern gilt für Bachforelle ein anderes Mass als die kantonale Grundregel:

Gilt fürSchonzeitFangmassFundstelle
Alpenrhein, Abschnitte 301–305 (Reichenau bis Kantonsgrenze)keine Schonzeit26 cmAnhang 1 Ziff. II Bst. C FBV
Vorderrhein, Abschnitte 101–102 (Quelle bis Wasserfassung EW Sedrun)keine Schonzeit24 cmAnhang 1 Ziff. II Bst. A FBV
Vorderrhein, Abschnitte 103–108 (Einmündung Rein da Medel bis Reichenau)keine Schonzeit26–34 cmAnhang 1 Ziff. II Bst. A FBV
Hinterrhein, Abschnitte 201–203 (Quelle bis Stausee Sufers)keine Schonzeit28 cmAnhang 1 Ziff. II Bst. B FBV
Hinterrhein, Abschnitte 204–209 (Stausee Sufers bis Reichenau)keine Schonzeit26 cmAnhang 1 Ziff. II Bst. B FBV
Landquart, Abschnitte 334–336 (Schlappinbach bis Einmündung Alpenrhein)keine Schonzeit26 cmAnhang 1 Ziff. II Bst. C FBV
Inn/En, Abschnitte 401–403 (Quelle bis St. Moritzersee, Oberengadin)keine Schonzeit26 cmAnhang 1 Ziff. II Bst. D FBV
Inn/En, Abschnitte 405–413 inkl. 412F (Wasserrückgabe KW Islas bis Landesgrenze)keine Schonzeit26–34 cmAnhang 1 Ziff. II Bst. D FBV
Oberengadiner Talseen: Lej da Segl/Silsersee (4001), Lej da Silvaplauna/Silvaplanersee (4002), Lej da Champfèr/Champfèrersee (4003), Lej da San Murezzan/St. Moritzersee (4004)keine Schonzeit26 cmAnhang 1 Ziff. II Bst. D FBV
Moesa, Abschnitte 803–806 (Pian San Giacomo bis Kantonsgrenze)keine Schonzeit26 cmAnhang 1 Ziff. II Bst. H FBV
Traversagna (843), Brücke Sant'Anna bis Einmündung Moesakeine Schonzeit26 cmAnhang 1 Ziff. II Bst. H FBV
Lago di Poschiavo (6011)keine Schonzeit30 cmAnhang 1 Ziff. II Bst. F FBV
Lago di Livigno (4031)keine Schonzeit24 cmAnhang 1 Ziff. II Bst. D FBV
Davosersee (3020)keine Schonzeit24 cmAnhang 1 Ziff. II Bst. C FBV
Stausee Solis (2054)keine Schonzeit26 cmAnhang 1 Ziff. II Bst. B FBV
Lag da Breil (1013) sowie Flem oberhalb Lag da Breil (151)keine Schonzeit28 cmAnhang 1 Ziff. II Bst. A FBV
Bergseen und übrige Gewässer ohne abweichenden Eintrag (Sammelnummern 90er-Reihe, z. B. 1090, 2090, 3090, 8090)keine Schonzeit24 cmAnhang 1 Ziff. I Bst. B und Ziff. II FBV
Lag da Barcuns (1022) und Lag da Runcahez (1023)keine Schonzeitkein FangmassAnhang 1 Ziff. II Bst. A FBV
Gewässer mit privaten Fischereirechten (in Anhang 1 mit «privat» bezeichnet)nicht abschliessend geklärtnicht abschliessend geklärtAnhang 1 Ziff. I Bst. B FBV, Art. 1 Abs. 2 FBV
Alpenrhein (301–305), Vorderrhein (104–108), Hinterrhein (207–209), Landquart unterhalb der Chlus (336), Moesa (804–806), Traversagna (843) — nur See- und Bachforellen ab 50 cmab 15.07im Kantonsrecht nicht geführtArt. 15 Abs. 1 FBV

Alpenrhein, Abschnitte 301–305 (Reichenau bis Kantonsgrenze):Zusätzlich Schonzeit für Forellen ab 50 cm ab 15. Juli (Art. 15 FBV).

Vorderrhein, Abschnitte 103–108 (Einmündung Rein da Medel bis Reichenau):Fangfenster 26–34 cm (erlaubter Fangbereich). Auf den Abschnitten 104–108 zusätzlich Schonzeit für Forellen ab 50 cm ab 15. Juli (Art. 15 FBV).

Hinterrhein, Abschnitte 204–209 (Stausee Sufers bis Reichenau):Auf den Abschnitten 207–209 zusätzlich Schonzeit für Forellen ab 50 cm ab 15. Juli (Art. 15 FBV).

Landquart, Abschnitte 334–336 (Schlappinbach bis Einmündung Alpenrhein):Unterhalb der Chlus (336) zusätzlich Schonzeit für Forellen ab 50 cm ab 15. Juli (Art. 15 FBV).

Inn/En, Abschnitte 401–403 (Quelle bis St. Moritzersee, Oberengadin):Fangzeit dort erst ab 15. Juni bis 30. September (Anhang 2 FBV); Naturköderverbot (Art. 37 Abs. 1 Bst. g FBV).

Inn/En, Abschnitte 405–413 inkl. 412F (Wasserrückgabe KW Islas bis Landesgrenze):Fangfenster 26–34 cm. Generelles Watverbot am Inn 401–412 ausser 412F (Art. 8 Abs. 2 FBV); auf der Teilstrecke von 412F (oberhalb Einmündung Brancla bis Punt da la Resgia) ausschliesslich Fliegenfischerei (Art. 29 FBV).

Oberengadiner Talseen: Lej da Segl/Silsersee (4001), Lej da Silvaplauna/Silvaplanersee (4002), Lej da Champfèr/Champfèrersee (4003), Lej da San Murezzan/St. Moritzersee (4004):Fangzeit bis 30. September (Anhang 2 FBV). Bootsfischerei nur im Rahmen der privaten Bootsfischereirechte zulässig (Art. 28 Abs. 3 FBV).

Moesa, Abschnitte 803–806 (Pian San Giacomo bis Kantonsgrenze):Auf den Abschnitten 804–806 zusätzlich Schonzeit für Forellen ab 50 cm ab 15. Juli (Art. 15 FBV). Auf Abschnitt 804 zwischen Pont del Sass und Pont Poént: Tagesfanglimit zwei Edelfische, nur Einfachhaken, nur gebundene Kunstfliegen (Art. 22 Abs. 5, Art. 27 Abs. 3, Art. 37 Abs. 2 FBV).

Traversagna (843), Brücke Sant'Anna bis Einmündung Moesa:Zusätzlich Schonzeit für Forellen ab 50 cm ab 15. Juli (Art. 15 FBV).

Lago di Poschiavo (6011):Fangzeit endet bereits am 15. September (Anhang 2 FBV).

Lago di Livigno (4031):Tagesfanglimit zehn Edelfische, davon höchstens zwei Äschen (Art. 22 Abs. 4 FBV).

Davosersee (3020):Bootsfischerei nur im Rahmen der privaten Bootsfischereirechte zulässig (Art. 28 Abs. 3 Bst. a FBV).

Stausee Solis (2054):Fangzeit endet bereits am 15. September (Anhang 2 FBV).

Bergseen und übrige Gewässer ohne abweichenden Eintrag (Sammelnummern 90er-Reihe, z. B. 1090, 2090, 3090, 8090):Grundfangmass 24 cm; von 24 cm abweichende Werte sind in Anhang 1 fett hervorgehoben.

Lag da Barcuns (1022) und Lag da Runcahez (1023):Kein Fangmass. Im Lag da Runcahez (1023) zudem keine Fangzahlbeschränkung für Bach- und Seeforellen (Art. 23 Abs. 1 Bst. a FBV); ebenso in Darbola (8005) und Roggiasca (8009).

Gewässer mit privaten Fischereirechten (in Anhang 1 mit «privat» bezeichnet):Es gelten die Vorschriften gemäss privatem Fischereirecht; diese dürfen strenger sein als die FBV. In 15 dieser Gewässer darf mit dem kantonalen Patent gar nicht gefischt werden (Art. 7 Abs. 1 FBV).

Alpenrhein (301–305), Vorderrhein (104–108), Hinterrhein (207–209), Landquart unterhalb der Chlus (336), Moesa (804–806), Traversagna (843) — nur See- und Bachforellen ab 50 cm:In diesen Gewässern gilt für See- und Bachforellen ab 50 cm eine Schonzeit ab 15. Juli. Die FBV nennt nur den Beginn; die Schonzeit läuft bis zum Ende der jeweiligen Fangzeit und damit bis zur nächsten Saisoneröffnung. Unterhalb von 50 cm bleibt das gewässerspezifische Fangmass nach Anhang 1 Ziff. II massgebend.

An der Kantonsgrenze

Die Bachforelle muss im Kanton Graubünden 24 Zentimeter messen. Über das gemeinsame Gewässer Rhein grenzt der Kanton an 7 Nachbarn, die etwas anderes verlangen. Schaffhausen und Aargau verlangen je 22 cm — 2 Zentimeter weniger, am selben Wasser. Basel-Stadt 35 cm, Zürich 28 cm, Basel-Landschaft 26 cm, St. Gallen 25 cm und Thurgau 25 cm — 1 bis 11 Zentimeter mehr, am selben Wasser.

Quelle & Stand

Rechtsgrundlage 1
Verordnung über den Fischereibetrieb (Fischereibetriebsvorschriften) (BR 760.155)
Fundstelle
Art. 11 und Art. 19 FBV i. V. m. Anhang 1 Ziff. II FBV
Fassung
Vom 10.12.2019, in Kraft seit 01.01.2020; aktuelle Version in Kraft seit 01.01.2026 (Beschlussdatum 08.12.2025), Anhänge Stand 1. Januar 2026
Quelle abgerufen am
15. August 2026 · amtlicher Volltext
Rechtsgrundlage 2
Verordnung vom 24. November 1993 zum Bundesgesetz über die Fischerei (SR 923.01)
Fassung
Vom 24. November 1993, Stand am 1. Januar 2021
Quelle abgerufen am
15. August 2026 · amtlicher Volltext

Häufige Fragen

Wie gross muss die Bachforelle im Kanton Graubünden sein?

Mindestens 24 Zentimeter. Untermassige Fische sind unverzüglich und schonend zurückzusetzen.

Wie wird ein Fisch richtig gemessen?

Fische werden von der Kopfspitze bis zu den Spitzen der natürlich ausgebreiteten Schwanzflossen gemessen, Krebse vom Stirnschnabel bis zum Schwanzende. Das steht so in Art. 2 Abs. 2 VBGF und gilt in der ganzen Schweiz einheitlich. Gemessen wird also nicht bis zur Schwanzflossengabel, sondern bis zu den Spitzen — das macht je nach Art einen guten Zentimeter aus und entscheidet im Grenzfall.

Warum unterscheiden sich die Masse von Kanton zu Kanton?

Weil das Fischereirecht in der Schweiz zweistufig ist. Der Bund legt in Art. 2 VBGF nur eine Untergrenze fest. Die Kantone dürfen sie nach Art. 2 Abs. 4 VBGF erhöhen und auf weitere Arten ausdehnen — und sind dazu sogar verpflichtet, wenn es die nachhaltige Nutzung der Bestände verlangt. Deshalb ist derselbe Fisch im Nachbarkanton mitunter erst später entnehmbar.

Gilt das Mass im ganzen Kanton Graubünden?

Nein. Abweichende Masse gelten in: Alpenrhein, Abschnitte 301–305 (Reichenau bis Kantonsgrenze), Vorderrhein, Abschnitte 101–102 (Quelle bis Wasserfassung EW Sedrun), Vorderrhein, Abschnitte 103–108 (Einmündung Rein da Medel bis Reichenau), Hinterrhein, Abschnitte 201–203 (Quelle bis Stausee Sufers), Hinterrhein, Abschnitte 204–209 (Stausee Sufers bis Reichenau), Landquart, Abschnitte 334–336 (Schlappinbach bis Einmündung Alpenrhein), Inn/En, Abschnitte 401–403 (Quelle bis St. Moritzersee, Oberengadin), Inn/En, Abschnitte 405–413 inkl. 412F (Wasserrückgabe KW Islas bis Landesgrenze), Oberengadiner Talseen: Lej da Segl/Silsersee (4001), Lej da Silvaplauna/Silvaplanersee (4002), Lej da Champfèr/Champfèrersee (4003), Lej da San Murezzan/St. Moritzersee (4004), Moesa, Abschnitte 803–806 (Pian San Giacomo bis Kantonsgrenze), Traversagna (843), Brücke Sant'Anna bis Einmündung Moesa, Lago di Poschiavo (6011), Lago di Livigno (4031), Davosersee (3020), Stausee Solis (2054), Lag da Breil (1013) sowie Flem oberhalb Lag da Breil (151), Bergseen und übrige Gewässer ohne abweichenden Eintrag (Sammelnummern 90er-Reihe, z. B. 1090, 2090, 3090, 8090), Lag da Barcuns (1022) und Lag da Runcahez (1023), Gewässer mit privaten Fischereirechten (in Anhang 1 mit «privat» bezeichnet), Alpenrhein (301–305), Vorderrhein (104–108), Hinterrhein (207–209), Landquart unterhalb der Chlus (336), Moesa (804–806), Traversagna (843) — nur See- und Bachforellen ab 50 cm. Gerade an Konkordats- und Grenzgewässern sowie in Bergseen weicht das Mass regelmässig ab.

Weiter prüfen

Wann die Bachforelle geschont ist, steht auf der Seite Schonzeit Bachforelle im Kanton Graubünden. Ob du an einem bestimmten Tag entnehmen darfst, beantwortet der Checker „Darf ich fischen?". Die passende Hakengrösse für Bachforelle zeigt die Hakengrössen-Tabelle.

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