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Fangmass

Fangmass Bachforelle im Kanton Obwalden

Der Kanton Obwalden setzt für die Bachforelle kein eigenes Fangmass fest. Es bleibt bei der Untergrenze des Bundes. Der Bund gibt für diese Art 35 cm in grösseren stehenden Gewässern unter 800 m Meereshöhe, 22 cm in den übrigen Gewässern vor (Art. 2 VBGF). Die Kantone dürfen dieses Mass erhöhen, aber nie unterschreiten.

AngabeWert
FischartBachforelle (Salmo trutta fario)
KantonObwalden (OW)
Fangmass Kantonnur Bundesvorgabe
Untergrenze Bund35 cm in grösseren stehenden Gewässern unter 800 m Meereshöhe, 22 cm in den übrigen Gewässern
Schonzeit01.10.–30.04.
FundstelleSchonvorschriften OW, Art. 1 Abs. 1 Ziff. 1 Bst. b Schonvorschriften OW (GDB 651.214) — «in den übrigen Gewässern»

Kantonsrecht über der Untergrenze des Bundes. Die Vorschriften deines Gewässers können strenger sein. Ohne Gewähr.

So wird gemessen

Fische werden von der Kopfspitze bis zu den Spitzen der natürlich ausgebreiteten Schwanzflossen gemessen, Krebse vom Stirnschnabel bis zum Schwanzende. Diese Messregel steht in Art. 2 Abs. 2 VBGF und gilt in der ganzen Schweiz gleich — unabhängig davon, welcher Kanton das Mass festgelegt hat. Der Unterschied zur oft gewohnten Messung bis zur Flossengabel beträgt je nach Art rund einen Zentimeter und entscheidet im Grenzfall darüber, ob eine Entnahme zulässig ist.

Gemessen wird von der Kopfspitze bis zu den Spitzen der natürlich ausgebreiteten Schwanzflosse (Art. 2 Abs. 1 Schonvorschriften über die Fischerei, GDB 651.214; wortgleich § 19 Abs. 1 AB Vierwaldstättersee, GDB 651.311; entspricht Art. 2 Abs. 2 VBGF, SR 923.01).

Was du dazu wissen solltest

Die Schonvorschriften unterscheiden nicht zwischen Bach- und Seeforelle, sondern regeln «Forellen (Salmo trutta)» gesamthaft; das amtliche Merkblatt 2026 führt die Zeile als «Bach- und Seeforellen (Salmo trutta)». Ein kantonales Fangmindestmass besteht nur für Sarnersee, Lungerersee, Wichelsee, Fliessgewässer und (über das Konkordat) den Alpnachersee — siehe Varianten. Für die übrigen stehenden Gewässer (u. a. Melchsee, Tannensee, Blausee, Seefeldsee, Eisee, Eugenisee) gilt allein Art. 2 Abs. 1 VBGF: 35 cm in grösseren stehenden Gewässern unter 800 m ü. M., sonst 22 cm. Die Buchstaben d.–f. von Art. 2 Abs. 1 Ziff. 1 wurden per 01.07.2014 aufgehoben.

Abweichende Masse im Kanton Obwalden

In diesen Gewässern gilt für Bachforelle ein anderes Mass als die kantonale Grundregel:

Gilt fürSchonzeitFangmassFundstelle
Fliessgewässer (inkl. Sewensee)01.10.–30.04.24 cmArt. 1 Abs. 1 Ziff. 1 Bst. b und Art. 2 Abs. 1 Ziff. 1 Bst. c Schonvorschriften OW
Sarnersee01.10.–25.12.45 cmArt. 1 Abs. 1 Ziff. 1 Bst. a und Art. 2 Abs. 1 Ziff. 1 Bst. a Schonvorschriften OW
Lungerersee01.10.–25.12.35 cmArt. 1 Abs. 1 Ziff. 1 Bst. a und Art. 2 Abs. 1 Ziff. 1 Bst. b Schonvorschriften OW
Wichelsee01.10.–30.04.35 cmArt. 1 Abs. 1 Ziff. 1 Bst. b und Art. 2 Abs. 1 Ziff. 1 Bst. b1 Schonvorschriften OW
Alpnachersee (Vierwaldstättersee)01.10.–25.12.35 cm§ 18 Abs. 1 Bst. a und § 19 Abs. 1 Bst. a AB Vierwaldstättersee (GDB 651.311), anwendbar über Art. 1 Abs. 3 und Art. 2 Abs. 2 Schonvorschriften OW
Übrige stehende Gewässer (u. a. Melchsee, Tannensee, Blausee, Seefeldsee, Eisee, Eugenisee)01.10.–30.04.nur BundesvorgabeArt. 1 Abs. 1 Ziff. 1 Bst. b Schonvorschriften OW; Fangmass: Art. 2 Abs. 1 VBGF (SR 923.01)

Fliessgewässer (inkl. Sewensee):Die Fliessgewässerfischerei ist ohnehin nur vom 1. Mai bis 30. September zulässig (Art. 4 AB Fischerei); Ausnahme: Sarneraa von Sarnen bis Alpnach, dort ganzjährig mit Jahrespatent Fliessgewässer unter Einhaltung der Schonzeiten.

Sarnersee:Höchstes Forellen-Fangmindestmass des Kantons.

Lungerersee:Zusätzlich ist am Lungerersee vom 1. bis 25. Dezember jegliche Fischerei verboten (Art. 11 Abs. 2a AB Lungerersee). Es ist ein besonderes Patent der Einwohnergemeinde Lungern erforderlich.

Wichelsee:Bst. b1 wurde per 01.07.2014 eingefügt. Im Wichelsee, von der Einmündung der Sarneraa bis zum Stauwehr, dürfen nur Erwachsene mit einem Seepatent fischen (Art. 12 Abs. 1 Bst. b Ziff. 1 AB Fischerei).

Alpnachersee (Vierwaldstättersee):Vom Merkblatt 2026 bestätigt (Spalte Alpnachersee: 01.10.–25.12. / 35 cm).

Übrige stehende Gewässer (u. a. Melchsee, Tannensee, Blausee, Seefeldsee, Eisee, Eugenisee):Der Kanton legt für diese Gewässer kein eigenes Forellen-Fangmindestmass fest. Es gilt die Bundes-Baseline: 35 cm in grösseren stehenden Gewässern unter 800 m ü. M., sonst 22 cm. Melchsee (rund 1 890 m ü. M.) und Tannensee (rund 1 975 m ü. M.) liegen über 800 m; für diese Gewässer ist ein besonderes Patent des Inhabers des Fischereirechts nötig, der zusätzliche eigene Bedingungen stellen kann. Am Eugenisee gilt eine Tagesfangbeschränkung von 5 Fischen (Art. 4 AB Eugenisee) und eine Saison vom 15. April bis 31. Oktober.

An der Kantonsgrenze

Die Bachforelle trägt im Kanton Obwalden kein kantonales Fangmass — jenseits der Grenze schon. Nidwalden verlangt am Vierwaldstättersee und an der Engelberger Aa 35 cm. Schwyz verlangt am Vierwaldstättersee 28 cm. Luzern verlangt am Vierwaldstättersee 22 cm. Ebenso Uri (22 cm). Wer dem Wasser folgt, wechselt damit die Regel.

Quelle & Stand

Rechtsgrundlage 1
Schonvorschriften über die Fischerei (651.214)
Fundstelle
Art. 1 Abs. 1 Ziff. 1 Bst. b Schonvorschriften OW (GDB 651.214) — «in den übrigen Gewässern»
Fassung
vom 26.11.2012 (Stand 01.01.2021); aktuelle Version in Kraft seit 01.01.2021 (Beschluss 09.12.2020, OGS 2020, 61). Volltext-PDF: https://gdb.ow.ch/api/de/versions/1485/pdf_file
Quelle abgerufen am
15. August 2026 · amtlicher Volltext
Rechtsgrundlage 2
Verordnung vom 24. November 1993 zum Bundesgesetz über die Fischerei (SR 923.01)
Fassung
Vom 24. November 1993, Stand am 1. Januar 2021
Quelle abgerufen am
15. August 2026 · amtlicher Volltext

Häufige Fragen

Wie gross muss die Bachforelle im Kanton Obwalden sein?

Der Kanton Obwalden legt kein eigenes Mass fest. Der Bund gibt für diese Art 35 cm in grösseren stehenden Gewässern unter 800 m Meereshöhe, 22 cm in den übrigen Gewässern vor (Art. 2 VBGF). Die Kantone dürfen dieses Mass erhöhen, aber nie unterschreiten.

Wie wird ein Fisch richtig gemessen?

Fische werden von der Kopfspitze bis zu den Spitzen der natürlich ausgebreiteten Schwanzflossen gemessen, Krebse vom Stirnschnabel bis zum Schwanzende. Das steht so in Art. 2 Abs. 2 VBGF und gilt in der ganzen Schweiz einheitlich. Gemessen wird also nicht bis zur Schwanzflossengabel, sondern bis zu den Spitzen — das macht je nach Art einen guten Zentimeter aus und entscheidet im Grenzfall.

Warum unterscheiden sich die Masse von Kanton zu Kanton?

Weil das Fischereirecht in der Schweiz zweistufig ist. Der Bund legt in Art. 2 VBGF nur eine Untergrenze fest. Die Kantone dürfen sie nach Art. 2 Abs. 4 VBGF erhöhen und auf weitere Arten ausdehnen — und sind dazu sogar verpflichtet, wenn es die nachhaltige Nutzung der Bestände verlangt. Deshalb ist derselbe Fisch im Nachbarkanton mitunter erst später entnehmbar.

Gilt das Mass im ganzen Kanton Obwalden?

Nein. Abweichende Masse gelten in: Fliessgewässer (inkl. Sewensee), Sarnersee, Lungerersee, Wichelsee, Alpnachersee (Vierwaldstättersee), Übrige stehende Gewässer (u. a. Melchsee, Tannensee, Blausee, Seefeldsee, Eisee, Eugenisee). Gerade an Konkordats- und Grenzgewässern sowie in Bergseen weicht das Mass regelmässig ab.

Weiter prüfen

Wann die Bachforelle geschont ist, steht auf der Seite Schonzeit Bachforelle im Kanton Obwalden. Ob du an einem bestimmten Tag entnehmen darfst, beantwortet der Checker „Darf ich fischen?". Die passende Hakengrösse für Bachforelle zeigt die Hakengrössen-Tabelle.

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