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Fangmass

Fangmass Bachforelle im Kanton Bern

Das Fangmindestmass für die Bachforelle beträgt im Kanton Bern 24 Zentimeter. Wer einen kürzeren Fisch fängt, setzt ihn unverzüglich und schonend zurück. Der Bund gibt für diese Art 35 cm in grösseren stehenden Gewässern unter 800 m Meereshöhe, 22 cm in den übrigen Gewässern vor (Art. 2 VBGF). Die Kantone dürfen dieses Mass erhöhen, aber nie unterschreiten.

AngabeWert
FischartBachforelle (Salmo trutta fario)
KantonBern (BE)
Fangmass Kanton24 cm
Untergrenze Bund35 cm in grösseren stehenden Gewässern unter 800 m Meereshöhe, 22 cm in den übrigen Gewässern
Schonzeit01.10.–15.03.
FundstelleAnhang 1 FiDV, Anhang 1 Bst. c Ziff. 4 FiDV i. V. m. Art. 3 Abs. 1 FiDV

Kantonsrecht über der Untergrenze des Bundes. Die Vorschriften deines Gewässers können strenger sein. Ohne Gewähr.

So wird gemessen

Fische werden von der Kopfspitze bis zu den Spitzen der natürlich ausgebreiteten Schwanzflossen gemessen, Krebse vom Stirnschnabel bis zum Schwanzende. Diese Messregel steht in Art. 2 Abs. 2 VBGF und gilt in der ganzen Schweiz gleich — unabhängig davon, welcher Kanton das Mass festgelegt hat. Der Unterschied zur oft gewohnten Messung bis zur Flossengabel beträgt je nach Art rund einen Zentimeter und entscheidet im Grenzfall darüber, ob eine Entnahme zulässig ist.

Der Kanton Bern regelt die Messweise nicht selbst. Anhang 1 FiDV gibt die Fangmindestmasse und Fangfenster in Zentimetern an, ohne die Messstrecke zu definieren; es gilt daher Artikel 2 Absatz 2 VBGF (SR 923.01): gemessen wird von der Kopfspitze bis zu den Spitzen der natürlich ausgebreiteten Schwanzflosse. Ergänzend verbietet Artikel 3 Absatz 4 FiDV, Fische und Krebse mit einem Fangmindestmass zu verstümmeln. Artikel 3 Absatz 3 FiDV bestimmt, dass bei der Kontrolle vorgefundene Fische und Krebse als in demjenigen Gewässer gefangen gelten, an dem sich die Fischerin oder der Fischer aufhält.

Was du dazu wissen solltest

Anhang 1 FiDV regelt Bach- und Seeforelle gemeinsam unter der Position «Bach- bzw. Seeforelle»; massgebend ist ausschliesslich das Gewässer, nicht die Forellenform. Basiswert = Ziff. 4: Aare (vom Stauwehr Räterichsbodensee bis zur Einmündung in den Brienzersee), Arnensee, Engstlensee, Gelmersee, Kander, Lombach, Lütschinen, Mattenalpsee, Oeschinensee, Räterichsbodensee, Saane (von Grenze FR/BE bis Einmündung in die Aare), Schwarzwasser, Sense, Simme, Zulg und alle übrigen Gewässer und Gewässerabschnitte mit staatlichem oder privatem Fischereirecht. Ziff. 3 des Anhangs ist aufgehoben. Fangzahl: höchstens 6 Forellen und Saiblinge pro Tag, 150 pro Kalenderjahr, davon höchstens 50 Bachforellen (Art. 14 FiDV).

Abweichende Masse im Kanton Bern

In diesen Gewässern gilt für Bachforelle ein anderes Mass als die kantonale Grundregel:

Gilt fürSchonzeitFangmassFundstelle
Engstligen, Fildrich, Grischbach, Kiene mit Gorneren- und Spiggenbach, Kirel, Narrenbach, Reichenbach, Saane (Grenze VS/BE–Grenze BE/VD), Kleine Simme, Sorne, Suld, Urbach sowie alle staatlichen Pachtgewässer und privaten Fischgewässer des Oberlandes und des Berner Juras01.10.–15.03.22 cmAnhang 1 Bst. c Ziff. 1 FiDV
Emme (oberhalb der Heidbühlbrücke bei Eggiwil) und Ilfis01.10.–15.03.26 cmAnhang 1 Bst. c Ziff. 2 FiDV
Emme (unterhalb der Heidbühlbrücke bei Eggiwil)01.10.–15.03.30 cmAnhang 1 Bst. c Ziff. 5 FiDV
Alte Aare und Schüss01.10.–15.03.26 cmAnhang 1 Bst. c Ziff. 6 FiDV
Birs (auf dem Gebiet des Kantons Bern)01.10.–15.03.25 cmAnhang 1 Bst. c Ziff. 6a FiDV
Aare (von der Ausmündung aus dem Bielersee bis zur Kantonsgrenze in Murgenthal einschliesslich Aarestauseen) und Zihl (bei Nidau)01.10.–15.03.38 cmAnhang 1 Bst. c Ziff. 7 FiDV
Gürbe01.10.–15.03.28 cmAnhang 1 Bst. c Ziff. 7a FiDV
Aare (von der Ausmündung aus dem Brienzersee bis zur Einmündung in den Thunersee einschliesslich Schifffahrtskanal Interlaken sowie unterhalb des Stauwehrs des Wohlensees bis zur Einmündung in den Bielersee)01.10.–15.03.30 cmAnhang 1 Bst. c Ziff. 8 FiDV
Aare (von der Ausmündung aus dem Thunersee bis zum Stauwehr des Wohlensees)01.10.–15.03.34 cmAnhang 1 Bst. c Ziff. 9 FiDV
Brienzersee, Thunersee und Bielersee01.09.–31.01.45 cmAnhang 1 Bst. c Ziff. 10 FiDV
Aare (vom Stauwehr Räterichsboden bis zur Einmündung in den Brienzersee), Kander, Lombach, Lütschinen — Fangfenster01.10.–15.03.24–45 cmAnhang 1 Bst. c Ziff. 11 i. V. m. Ziff. 4 FiDV, Art. 3 Abs. 2 FiDV
Schüss (von der Wasserrückgabe des Kraftwerks der Bielersee Kraftwerke AG in Bözingen bis zur Einmündung in den Bielersee) — Fangfenster01.10.–15.03.26–45 cmAnhang 1 Bst. c Ziff. 12 i. V. m. Ziff. 6 FiDV, Art. 3 Abs. 2 FiDV
Aare Interlaken und Schifffahrtskanal Interlaken — Fangfenster01.10.–15.03.30 cmAnhang 1 Bst. c Ziff. 13 i. V. m. Ziff. 8 FiDV, Art. 3 Abs. 2 FiDV
Urbach und Reichenbach — Fangfenster01.10.–15.03.22–45 cmAnhang 1 Bst. c Ziff. 14 i. V. m. Ziff. 1 FiDV, Art. 3 Abs. 2 FiDV
Aare (von der Ausmündung aus dem Thunersee bis zum Engehaldestauwehr) — Fangfenster01.10.–15.03.34 cmAnhang 1 Bst. c Ziff. 15 i. V. m. Ziff. 9 FiDV, Art. 3 Abs. 2 FiDV
Birs — Fangfenster01.10.–15.03.25 cmAnhang 1 Bst. c Ziff. 16 i. V. m. Ziff. 6a FiDV, Art. 3 Abs. 2 FiDV

Engstligen, Fildrich, Grischbach, Kiene mit Gorneren- und Spiggenbach, Kirel, Narrenbach, Reichenbach, Saane (Grenze VS/BE–Grenze BE/VD), Kleine Simme, Sorne, Suld, Urbach sowie alle staatlichen Pachtgewässer und privaten Fischgewässer des Oberlandes und des Berner Juras:Für Urbach und Reichenbach gilt zusätzlich das Fangfenster nach Ziff. 14 (siehe eigene Variante).

Alte Aare und Schüss:Für den unteren Abschnitt der Schüss gilt zusätzlich das Fangfenster nach Ziff. 12 (siehe eigene Variante).

Birs (auf dem Gebiet des Kantons Bern):Zusätzlich gilt das Fangfenster nach Ziff. 16 (siehe eigene Variante). Im amtlichen Text ist die Schonzeit bei Ziff. 6a ohne abschliessenden Punkt gedruckt («01.10.-15.03»); gemeint ist derselbe Zeitraum wie in den übrigen Ziffern.

Aare (von der Ausmündung aus dem Bielersee bis zur Kantonsgrenze in Murgenthal einschliesslich Aarestauseen) und Zihl (bei Nidau):In diesem Abschnitt darf nach Art. 23 Abs. 4 FiDV das ganze Jahr hindurch gefischt werden; die artbezogene Schonzeit für Forellen bleibt vorbehalten.

Aare (von der Ausmündung aus dem Brienzersee bis zur Einmündung in den Thunersee einschliesslich Schifffahrtskanal Interlaken sowie unterhalb des Stauwehrs des Wohlensees bis zur Einmündung in den Bielersee):Für die Aare Interlaken und den Schifffahrtskanal Interlaken gilt zusätzlich das Fangfenster nach Ziff. 13 (siehe eigene Variante).

Aare (von der Ausmündung aus dem Thunersee bis zum Stauwehr des Wohlensees):Bis zum Engehaldestauwehr gilt zusätzlich das Fangfenster nach Ziff. 15 (siehe eigene Variante).

Brienzersee, Thunersee und Bielersee:Pro Tag höchstens 3 Forellen aus Brienzer-, Thuner- und Bielersee, pro Kalenderjahr höchstens 30 (Art. 14 Abs. 1 FiDV).

Aare (vom Stauwehr Räterichsboden bis zur Einmündung in den Brienzersee), Kander, Lombach, Lütschinen — Fangfenster:Zusätzliches Fangfenster: Im Fangzeitraum 01.09.–30.09. dürfen nur Forellen von 24–45 cm entnommen werden. Ausserhalb dieses Zeitraums gelten das Fangmindestmass von 24 cm und die Schonzeit 01.10.–15.03. nach Ziff. 4.

Schüss (von der Wasserrückgabe des Kraftwerks der Bielersee Kraftwerke AG in Bözingen bis zur Einmündung in den Bielersee) — Fangfenster:Zusätzliches Fangfenster: Im Fangzeitraum 01.09.–30.09. dürfen nur Forellen von 26–45 cm entnommen werden. Ausserhalb dieses Zeitraums gelten das Fangmindestmass von 26 cm und die Schonzeit 01.10.–15.03. nach Ziff. 6.

Aare Interlaken und Schifffahrtskanal Interlaken — Fangfenster:Zwei zusätzliche Fangfenster: im Fangzeitraum 16.03.–31.08. ist die Entnahme nur von Forellen mit 30–37 cm sowie ab 45 cm erlaubt; im Fangzeitraum 01.09.–30.09. nur von Forellen mit 30–45 cm. Grundwert nach Ziff. 8: Fangmindestmass 30 cm, Schonzeit 01.10.–15.03. Das Feld «max» bleibt leer, weil das Fangfenster aus zwei getrennten Längenbereichen besteht.

Urbach und Reichenbach — Fangfenster:Zusätzliches Fangfenster: Im Fangzeitraum 01.09.–30.09. dürfen nur Forellen von 22–45 cm entnommen werden. Ausserhalb dieses Zeitraums gelten das Fangmindestmass von 22 cm und die Schonzeit 01.10.–15.03. nach Ziff. 1. In beiden Gewässern ist die Fischerei zudem nur am Montag, Mittwoch und Samstag sowie am 16. März gestattet (Art. 24 Abs. 7 FiDV).

Aare (von der Ausmündung aus dem Thunersee bis zum Engehaldestauwehr) — Fangfenster:Zusätzliches Fangfenster: Im Fangzeitraum 16.03.–30.09. ist die Entnahme nur von Forellen mit 34–40 cm sowie ab 50 cm erlaubt. Grundwert nach Ziff. 9: Fangmindestmass 34 cm, Schonzeit 01.10.–15.03. Das Feld «max» bleibt leer, weil das Fangfenster aus zwei getrennten Längenbereichen besteht.

Birs — Fangfenster:Zusätzliches Fangfenster: Im Fangzeitraum 16.03.–30.09. ist die Entnahme nur von Forellen mit 25–32 cm sowie ab 40 cm erlaubt. Grundwert nach Ziff. 6a: Fangmindestmass 25 cm, Schonzeit 01.10.–15.03. Das Feld «max» bleibt leer, weil das Fangfenster aus zwei getrennten Längenbereichen besteht.

An der Kantonsgrenze

Die Bachforelle muss im Kanton Bern 24 Zentimeter messen. Über die gemeinsamen Gewässer Aare, Emme, Birs und 6 weitere grenzt der Kanton an 8 Nachbarn, die etwas anderes verlangen. Luzern und Aargau verlangen je 22 cm — 2 Zentimeter weniger, am selben Wasser. Solothurn 38 cm, Basel-Stadt 35 cm, Freiburg 30 cm, Basel-Landschaft 26 cm und 2 weitere — 1 bis 14 Zentimeter mehr, am selben Wasser. Unverändert bleibt es gegenüber Waadt und Wallis.

Quelle & Stand

Rechtsgrundlage 1
Anhang 1 zu Artikel 3 Absatz 1 und 2 der Direktionsverordnung über die Fischerei — Fangmindestmasse und Schonzeiten (BSG 923.111.1-A1)
Fundstelle
Anhang 1 Bst. c Ziff. 4 FiDV i. V. m. Art. 3 Abs. 1 FiDV
Fassung
Stand 01.01.2026 (PDF mit den Anhängen 1–6 der FiDV, Version 3323 der bernischen Erlasssammlung BELEX)
Quelle abgerufen am
15. August 2026 · amtlicher Volltext
Rechtsgrundlage 2
Verordnung vom 24. November 1993 zum Bundesgesetz über die Fischerei (SR 923.01)
Fassung
Vom 24. November 1993, Stand am 1. Januar 2021
Quelle abgerufen am
15. August 2026 · amtlicher Volltext

Häufige Fragen

Wie gross muss die Bachforelle im Kanton Bern sein?

Mindestens 24 Zentimeter. Untermassige Fische sind unverzüglich und schonend zurückzusetzen.

Wie wird ein Fisch richtig gemessen?

Fische werden von der Kopfspitze bis zu den Spitzen der natürlich ausgebreiteten Schwanzflossen gemessen, Krebse vom Stirnschnabel bis zum Schwanzende. Das steht so in Art. 2 Abs. 2 VBGF und gilt in der ganzen Schweiz einheitlich. Gemessen wird also nicht bis zur Schwanzflossengabel, sondern bis zu den Spitzen — das macht je nach Art einen guten Zentimeter aus und entscheidet im Grenzfall.

Warum unterscheiden sich die Masse von Kanton zu Kanton?

Weil das Fischereirecht in der Schweiz zweistufig ist. Der Bund legt in Art. 2 VBGF nur eine Untergrenze fest. Die Kantone dürfen sie nach Art. 2 Abs. 4 VBGF erhöhen und auf weitere Arten ausdehnen — und sind dazu sogar verpflichtet, wenn es die nachhaltige Nutzung der Bestände verlangt. Deshalb ist derselbe Fisch im Nachbarkanton mitunter erst später entnehmbar.

Gilt das Mass im ganzen Kanton Bern?

Nein. Abweichende Masse gelten in: Engstligen, Fildrich, Grischbach, Kiene mit Gorneren- und Spiggenbach, Kirel, Narrenbach, Reichenbach, Saane (Grenze VS/BE–Grenze BE/VD), Kleine Simme, Sorne, Suld, Urbach sowie alle staatlichen Pachtgewässer und privaten Fischgewässer des Oberlandes und des Berner Juras, Emme (oberhalb der Heidbühlbrücke bei Eggiwil) und Ilfis, Emme (unterhalb der Heidbühlbrücke bei Eggiwil), Alte Aare und Schüss, Birs (auf dem Gebiet des Kantons Bern), Aare (von der Ausmündung aus dem Bielersee bis zur Kantonsgrenze in Murgenthal einschliesslich Aarestauseen) und Zihl (bei Nidau), Gürbe, Aare (von der Ausmündung aus dem Brienzersee bis zur Einmündung in den Thunersee einschliesslich Schifffahrtskanal Interlaken sowie unterhalb des Stauwehrs des Wohlensees bis zur Einmündung in den Bielersee), Aare (von der Ausmündung aus dem Thunersee bis zum Stauwehr des Wohlensees), Brienzersee, Thunersee und Bielersee, Aare (vom Stauwehr Räterichsboden bis zur Einmündung in den Brienzersee), Kander, Lombach, Lütschinen — Fangfenster, Schüss (von der Wasserrückgabe des Kraftwerks der Bielersee Kraftwerke AG in Bözingen bis zur Einmündung in den Bielersee) — Fangfenster, Aare Interlaken und Schifffahrtskanal Interlaken — Fangfenster, Urbach und Reichenbach — Fangfenster, Aare (von der Ausmündung aus dem Thunersee bis zum Engehaldestauwehr) — Fangfenster, Birs — Fangfenster. Gerade an Konkordats- und Grenzgewässern sowie in Bergseen weicht das Mass regelmässig ab.

Weiter prüfen

Wann die Bachforelle geschont ist, steht auf der Seite Schonzeit Bachforelle im Kanton Bern. Ob du an einem bestimmten Tag entnehmen darfst, beantwortet der Checker „Darf ich fischen?". Die passende Hakengrösse für Bachforelle zeigt die Hakengrössen-Tabelle.

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