Fischart · Schweiz
Nase — Schonzeit und Fangmass in der Schweiz
Die Nase ist in der Deutschschweiz von Kanton zu Kanton unterschiedlich geregelt. Diese Übersicht stellt alle 26 Kantone nebeneinander — mit dem Zeitraum, dem Mass und der Fundstelle im amtlichen Erlass.
Die Vorgabe des Bundes
Art. 1 VBGF nennt für die Nase keine Mindest-Schonzeit. Ob und wann die Art geschont ist, entscheidet allein der Kanton. Ein Fangmindestmass des Bundes besteht für diese Art nicht.
In Anhang 1 VBGF ist Chondrostoma nasus mit dem Gefährdungsstatus 1 (vom Aussterben bedroht) geführt und zusätzlich nach der Berner Konvention europäisch geschützt. Natürliches Einzugsgebiet: Rhein.
Alle Kantone im Vergleich
| Kanton | Schonzeit | Fangmass | Heute | Fundstelle |
|---|---|---|---|---|
| Zürich | ganzjährig geschont | im Kantonsrecht nicht geführt | geschont | FiR ZH, § 14 Abs. 1 FiR ZH i. V. m. Anhang 1 VBGF |
| Bern | ganzjährig geschont | im Kantonsrecht nicht geführt | geschont | Anhang 1 FiDV, Anhang 1 FiDV, Schlusssatz |
| Luzern | ganzjährig geschont | kein Fangmass | geschont | FiV LU, § 12 Abs. 1g FiV (Schonzeit 1. Januar bis 31. Dezember); § 13 Abs. 2 FiV (kein Fangmindestmass) |
| Uri | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | offen | FiR UR, — |
| Schwyz | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | offen | — |
| Obwalden | ganzjährig geschont | im Kantonsrecht nicht geführt | geschont | Merkblatt OW 2026, Art. 2a Abs. 1 VBGF (SR 923.01) i. V. m. Anhang 1 VBGF (Gefährdungsstatus 1, E); Merkblatt über die Fischerei im Kanton Obwalden, Stand 1.1.2026, Tabelle «Schonzeiten» (ganzjährig in allen vier Gewässerspalten); für den Alpnachersee zusätzlich § 18 Abs. 1 Bst. i AB Vierwaldstättersee |
| Nidwalden | ganzjährig geschont | im Kantonsrecht nicht geführt | geschont | AB VWS, § 18 Abs. 1 Bst. i AB VWS (NG 842.21) |
| Glarus | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | offen | VVFG GL, — |
| Zug | ganzjährig geschont | im Kantonsrecht nicht geführt | geschont | Infoblatt AfW ZG, Amtliche Liste «Ganzjähriges Fangverbot» des Amts für Wald und Wild (zg.ch / Infoblatt Angel-Fischerei, Stand November 2025) i. V. m. Art. 2a VBGF |
| Solothurn | ganzjährig geschont | im Kantonsrecht nicht geführt | geschont | FiVO SO, § 11 Abs. 1 lit. a FiVO |
| Basel-Stadt | ganzjährig geschont | im Kantonsrecht nicht geführt | geschont | Anhang FiV BS, § 13b Abs. 1 FiV BS i. V. m. Anhang Ziff. 3 FiV BS und Anhang 1 VBGF (Gefährdungsstatus 1); zusätzlich Art. 2a Abs. 1 VBGF |
| Basel-Landschaft | ganzjährig geschont | kein Fangmass | geschont | FiV BL, § 8 Abs. 4 FiV BL |
| Schaffhausen | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | offen | — |
| Appenzell Ausserrhoden | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | offen | — |
| Appenzell Innerrhoden | 13.09.–10.04. | 32 cm | offen | StKB Fischerei, Art. 22 Abs. 1 und Art. 13 Abs. 2 FischV (GS 923.010) i. V. m. Art. 1 und Anhang Ziff. 1 StKB Fischerei (GS 923.013), Anhang Stand 17.03.2026 (Schonzeit); Art. 2 Abs. 1 lit. a StKB Fischerei (GS 923.013), Stand 01.04.2026 (Fangmindestmass) |
| St. Gallen | ganzjährig geschont | im Kantonsrecht nicht geführt | geschont | FV SG, Art. 4 Abs. 1 FV SG i.V.m. Art. 2a VBGF und Anhang 1 VBGF (Gefährdungsstatus 1); ausdrücklich bestätigt in den Fischereibestimmungen Alpenrhein («Ganzjährig geschont sind Bachneunaugen, Schneider, Strömer, Nasen, Bitterlinge, Moderlieschen») und in den Fischereibestimmungen Bodensee-Obersee, Ziff. IV.1 |
| Graubünden | ganzjährig geschont | im Kantonsrecht nicht geführt | geschont | FBV GR, Art. 3 Abs. 1 FBV |
| Aargau | ganzjährig geschont | im Kantonsrecht nicht geführt | geschont | VBGF, Art. 2a Abs. 1 VBGF i. V. m. Anhang 1 VBGF |
| Thurgau | nur Bundesvorgabe | nur Bundesvorgabe | offen | FiV TG, — |
| Freiburg | ganzjährig geschont | kein Fangmass | geschont | OPêche FR, art. 20 al. 1 let. a OPêche (en relation avec l'art. 2a OLFP); art. 4 al. 3 R concordat Morat; art. 4 al. 3 R concordat Neuchâtel |
| Waadt | ganzjährig geschont | kein Fangmass | geschont | Directives rivières 2025-2027, art. 44 Directives 2025-2027; art. 4 al. 3 RC-Pêche-NE et RC-Pêche-Morat |
| Wallis | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | offen | — |
| Neuenburg | ganzjährig geschont | kein Fangmass | geschont | Règlement lac NE 2025-2027, art. 4 al. 3 Règlement lac 2025-2027 |
| Genf | nicht abschliessend geklärt | nicht abschliessend geklärt | offen | — |
| Jura | ab 01.10 | kein Fangmass | offen | Règlement pêche 2026-2029 JU, art. 12 lit. e et art. 19 du règlement 2026-2029 |
| Tessin | im Kantonsrecht nicht geführt | im Kantonsrecht nicht geführt | offen | — |
Spalte „Heute" nach dem Stand des letzten Seitenaufbaus. In einzelnen Gewässern eines Kantons können abweichende Werte gelten — siehe die jeweilige Kantonsseite. Ohne Gewähr.
Was der Vergleich zeigt
Ein einziger Kanton legt für die Nase eine eigene Kalender-Schonzeit fest. Ganzjährig geschont ist die Nase in 15 Kantonen — dort gibt es gar keinen Zeitraum, in dem eine Entnahme erlaubt wäre. In 7 weiteren Kantonen kommt die Art im Fischereirecht gar nicht vor; dort zählen die Vorgabe des Bundes und die Regeln des Gewässers.
Appenzell Innerrhoden steht in der Tabelle, gehört aber nicht in diese Rechnung: Der Kanton kennt keine artbezogenen Schonzeiten, sondern eine für alle Arten gemeinsame Fangzeit. Die Sperrzeit vom 13.09. bis 10.04. trifft die Nase deshalb genauso wie jeden anderen Fisch.
Häufige Fragen
In welchen Kantonen hat die Nase Schonzeit?
In Jura gilt eine feste Kalender-Schonzeit. Ganzjährig geschont ist die Art in Zürich, Bern, Luzern, Obwalden, Nidwalden, Zug, Solothurn, Basel-Stadt, Basel-Landschaft, St. Gallen, Graubünden, Aargau, Freiburg, Waadt, Neuenburg. Die genauen Zeiträume stehen in der Tabelle.
Warum ist die Schonzeit nicht in der ganzen Schweiz gleich?
Weil der Bund bewusst nur eine Mindestdauer vorgibt. Art. 1 Abs. 2 VBGF verpflichtet die Kantone, Beginn und Ende so festzulegen, dass die Schonzeit die Fortpflanzungsperiode umfasst — und die verschiebt sich mit Höhenlage und Wassertemperatur. Ein Bergkanton setzt deshalb andere Daten als ein Mittellandkanton.
Ist die Nase in der Schweiz geschützt?
Chondrostoma nasus ist in Anhang 1 VBGF mit dem Gefährdungsstatus 1 (vom Aussterben bedroht) geführt. Nach Art. 2a Abs. 1 VBGF gilt ein Fangverbot des Bundes überall dort, wo der Kanton für die Art weder eine Schonzeit noch ein Fangmass festgelegt hat. Wo der Kanton etwas regelt, greift seine Regelung.
Weiter
Das Fangmass für Nase steht auf einer eigenen Seite, inklusive der Messregel des Bundes. Ob du heute entnehmen darfst, klärt der Checker „Darf ich fischen?".
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