Schonzeit
Schonzeit Schleie im Kanton Aargau
Für die Schleie ist im Kanton Aargau ausdrücklich keine Schonzeit festgelegt — die Art steht im kantonalen Erlass, aber ohne Schonzeit-Eintrag. Das Fangmindestmass beträgt 25 Zentimeter, gemessen von der Kopfspitze bis zu den Spitzen der natürlich ausgebreiteten Schwanzflossen.
Stand 07. September
Keine Schonzeit
An diesem Datum greift nach Kantonsrecht keine Schonzeit.
Bund und Kanton — beide Ebenen
Bundesrecht — die Untergrenze für die ganze Schweiz
Für Schleie nennt die VBGF weder eine Mindest-Schonzeit noch ein Fangmindestmass. Was gilt, entscheidet allein der Kanton.
Kanton Aargau — das gilt vor Ort
- Schonzeit
- keine Schonzeit
- Fangmass
- 25 cm
§ 16 Abs. 1 lit. l AFV (Fangmass); § 15 Abs. 2 AFV nennt die Schleie nicht
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Fischart | Schleie (Tinca tinca) |
| Kanton | Aargau (AG) |
| Schonzeit | keine Schonzeit |
| Fangmass | 25 cm |
| Fundstelle | AFV, § 16 Abs. 1 lit. l AFV (Fangmass); § 15 Abs. 2 AFV nennt die Schleie nicht |
Werte nach Kantonsrecht über der Untergrenze des Bundes. Die Vorschriften deines Gewässers können strenger sein. Ohne Gewähr.
Die Schleie wird auch Schlei genannt — gemeint ist immer dieselbe Art, Tinca tinca.
Weitere Vorschriften im Kanton Aargau
PACHTKANTON. Der Aargau vergibt die staatlichen Fischereirechte durch Verpachtung von Revieren (8 Jahre) an Fischereivereine oder an höchstens zwei natürliche Personen; daneben bestehen grundbuchlich eingetragene private Fischereirechte (§§ 3–6 und 16 AFG). Fischerkarten für die Reviere geben die Pächterinnen und Pächter bzw. die Inhaber privater Rechte ab. Rund 2'750 km Gewässer sind fischereirechtlich belegt.
GELTUNGSBEREICHE. Drei Regelwerke greifen ineinander: (1) die AFV für alle Aargauer Gewässer, (2) die Übereinkunft Hallwilersee AG/LU und (3) die Übereinkunft Aare AG/SO. Für den Hallwilersee und für die Aare-Grenzstrecke AG/SO legen ausdrücklich die beiden Übereinkünfte die Schonzeiten, Fangmindestmasse und Fangbeschränkungen fest (§ 15 Abs. 4, § 16 Abs. 3 und § 17 Abs. 1bis AFV).
JAHRESZEITLICHE SPERRE FÜR KLEINGEWÄSSER. Die Angelfischerei ist in Rhein, Aare, Reuss, Limmat, im Hallwilersee sowie in Suhre und Aabach ganzjährig erlaubt; in allen übrigen Fliessgewässern nur vom 1. März bis 30. September (§ 15 Abs. 1 AFV).
TAGESFANGBESCHRÄNKUNGEN. Rhein, Aare, Reuss und Limmat: gesamthaft höchstens sechs Fische der Arten Forelle und Hecht pro Tag (§ 17 Abs. 1 AFV, Fassung seit 01.05.2026; bis 30.04.2026 galt «Forelle, Äsche und Hecht»). Hallwilersee: 1 Forelle, 3 Hechte, 25 Felchen, 30 Egli pro Tag (§ 16 Abs. 2 Übereinkunft Hallwilersee). Aare-Grenzstrecke AG/SO: 6 Forellen, 2 Äschen, 5 Hechte pro Tag (§ 4 Übereinkunft Aare AG/SO).
GERÄTE UND METHODEN (§§ 9–12 AFV). Grundsatz: eine Angelrute bzw. eine Schnur mit höchstens fünf Angeln. Zwei Ruten sind erlaubt vom 1. März bis 30. September in Rhein, Aare, Reuss und Limmat sowie ganzjährig für die Schleppfischerei im Hallwilersee (dort auch nach § 8 der Übereinkunft). Angeln mit Widerhaken sind nur für die Hegenen- und Schleppangelfischerei zulässig (§ 10 Abs. 1 lit. d AFV) — im Klingnauer Stausee sind Widerhaken laut kantonalem Merkblatt generell verboten. Die Rute ist dauernd unter direkter Kontrolle zu halten. Wer mehrere Fischereikarten besitzt, darf trotzdem nie mit mehr als zwei Ruten fischen. Inhaberinnen und Inhaber von Jahres-, Wochen- oder Tageskarten dürfen nur vom Ufer aus fischen, sofern der Pachtvertrag nichts anderes bestimmt (§ 10 Abs. 4 AFV). Verboten sind u. a. Betäubungsmittel, Gifte, Feuerwaffen, Speere, Harpunen, Pfeile, Sprengstoff sowie das absichtliche Reissen (§ 9 AFV).
LEBENDE KÖDERFISCHE. Nur noch in Weihern und Kleinseen bis 30 Hektaren erlaubt (§ 12 Abs. 1 lit. a AFV; lit. b wurde per 01.01.2022 aufgehoben). Nur im Einzugsgebiet heimische Köderfische, Befestigung nur am Maul, kein Fang mit Netzen, keine Verwendung beim Schleppen. Im Hallwilersee und im Klingnauer Stausee sind lebende Köderfische verboten; am Hallwilersee dürfen nur tote Köderfische nicht geschützter Arten aus dem Hallwilersee selbst und mit allfälligem Fangmindestmass verwendet werden (§ 6 Übereinkunft).
NACHTFISCHEN. Die AFV kennt kein allgemeines Nachtfischverbot. Am Hallwilersee ist das Fischen ausdrücklich auch nachts erlaubt, ausgenommen die Freianglerfischerei (§ 9 Übereinkunft Hallwilersee). Die Freianglerei ist generell nur vom 1. März bis 31. Oktober zwischen 05.00 und 23.00 Uhr zulässig (§ 11 Abs. 1 AFV).
SCHON- UND SCHUTZGEBIETE. Ein generelles Fangverbot gilt in und um Fischaufstiegshilfen (§ 20 Abs. 2 AFV). Laichgebiete von Äsche und Forelle dürfen von Dezember bis April, jene der Nase im April und Mai nicht betreten werden (§ 20 Abs. 4 AFV). Am Hallwilersee sind das Schongebiet Boniswiler Ried und Seenger Ried sowie der private Abschnitt zwischen «Rotem Zopf» / Einfluss Rötenbach (Birrwil) und dem südlichen Ende des Strandbades Beinwil am See von der Fischerei ausgeschlossen; beim Schleppangeln und Spinnfischen ist vom 26. Dezember bis 1. Mai ein Mindestabstand von 150 m zum Ufer einzuhalten (§ 7 Übereinkunft). Am Klingnauer Stausee gelten die Zonierungen des Merkblatts (Kraftwerkszone, Verlandungsbereich, Koblenzer Giriz, Gippinger Grien, Machme) sowie ein Anfütterungsverbot im gesamten Wasser- und Zugvogelreservat.
GRENZGEWÄSSER RHEIN (HOCHRHEIN). Auf der aargauischen Rheinstrecke gibt es keine eigene deutsch-schweizerische Fischereiordnung mit Schonzeiten und Fangmassen. Völkerrechtlich gilt die Übereinkunft von 1887 (SR 0.923.412), die für den Rhein ab dem Bodensee-Ausfluss Mindeststandards setzt (u. a. Art. 2: zwischen Schaffhausen und Basel keine Netze mit Maschen unter 3 cm) und deren Art. 12 Abs. 2 den Staaten ausdrücklich strengere eigene Vorschriften erlaubt. Auf Schweizer Seite gelten daher die — durchwegs strengeren — Werte der AFV; auf deutscher Seite das Recht Baden-Württembergs. Die «Internationale Fischereikommission Hochrhein» erarbeitet mit dem «Strategieplan Hochrhein» lediglich Empfehlungen zur Harmonisierung, kein geltendes Recht.
GRENZGEWÄSSER REUSS UND LIMMAT. Für Reuss und Limmat bestehen keine interkantonalen Übereinkünfte des Kantons Aargau; es gilt die AFV. Umgekehrt erklärt § 22 der Fischereiverordnung des Kantons Zug für den Zuger Reussanteil das aargauische Vollziehungsrecht als anwendbar — die hier erfassten AFV-Werte (Forelle 28 cm, Schonzeit 01.10.–28.02.; Hecht 50 cm, 01.02.–30.04.; Äsche ganzjährig geschont; Barbe 35 cm; Tagesgrenze 6 Forellen/Hechte) gelten dort mit.
STAUHALTUNGEN. Die 25 Staustrecken an den vier grossen Flüssen (35 Kraftwerksanlagen) sind fischereirechtlich Teil von Rhein, Aare, Reuss bzw. Limmat; es gelten die Werte dieser Kategorie. Zwei Stauhaltungen haben zusätzliche Regeln: der Klingnauer Stausee (Merkblatt, Widerhakenverbot, Anfütterungsverbot, Bootsfischerei nur im Revier 12) und der Stau Ruppoldingen an der Aare-Grenzstrecke AG/SO (Hegene mit höchstens fünf Ködern; Widerhaken für die Hegenenfischerei nur mit Sachkundenachweis — § 6 Übereinkunft Aare AG/SO).
STATUS-LESART. § 15 Abs. 2 AFV («Es gelten folgende Schonzeiten») und § 16 Abs. 1 AFV («Es gelten folgende Fangmindestmasse») sind abschliessende Aufzählungen. Arten, die die AFV zwar kennt (etwa im Fangmass-Katalog), für die sie aber keine Schonzeit vorsieht, sind hier mit «keine Schonzeit» erfasst; Arten, die in der AFV überhaupt nicht vorkommen, mit «im Kantonsrecht nicht geführt». Für mehrere dieser nicht geregelten Arten greift dann das Fangverbot von Art. 2a VBGF (Aal, Nase, Lachs, Bachneunauge, Bitterling).
Quelle & Stand
- Rechtsgrundlage 1
- Verordnung zum Fischereigesetz des Kantons Aargau (Aargauische Fischereiverordnung, AFV) (SAR 935.211)
- Fundstelle
- § 16 Abs. 1 lit. l AFV (Fangmass); § 15 Abs. 2 AFV nennt die Schleie nicht
- Fassung
- vom 12.12.2012 (Stand 01.05.2026), in Kraft seit 01.07.2013; letzte Änderung vom 29.04.2026, in Kraft seit 01.05.2026 (AGS 2026/04-01)
- Quelle abgerufen am
- 15. August 2026 · amtlicher Volltext
- Rechtsgrundlage 2
- Verordnung vom 24. November 1993 zum Bundesgesetz über die Fischerei (SR 923.01)
- Fassung
- Vom 24. November 1993, Stand am 1. Januar 2021
- Quelle abgerufen am
- 15. August 2026 · amtlicher Volltext
Häufige Fragen
Wann ist die Schonzeit bei Schleie im Kanton Aargau?
Das Fischereirecht im Kanton Aargau sieht für Schleie keine eigene Schonzeit vor. Es bleibt bei der Vorgabe des Bundes nach Art. 1 VBGF und den Vorschriften deines Gewässers.
Wie gross muss die Schleie sein, damit man sie mitnehmen darf?
Das Fangmindestmass beträgt 25 Zentimeter. Fische werden von der Kopfspitze bis zu den Spitzen der natürlich ausgebreiteten Schwanzflossen gemessen, Krebse vom Stirnschnabel bis zum Schwanzende. (Art. 2 Abs. 2 VBGF). Untermassige Fische sind unverzüglich zurückzusetzen.
Was passiert, wenn ich die Schleie in der Schonzeit fange?
Der Fisch ist unverzüglich und schonend zurückzusetzen. Ihn zu entnehmen oder zu verwerten ist eine Widerhandlung gegen das Fischereirecht und kann gebüsst werden. Wer regelmässig am selben Gewässer fischt, sollte Schonzeiten und Masse vor jeder Saison prüfen — die Kantone passen ihre Erlasse regelmässig an.
Was gibt der Bund vor und was der Kanton?
Der Bund nennt in Art. 1 VBGF nur eine Mindestdauer in Wochen und in Art. 2 VBGF ein Fangmindestmass in Zentimetern. Beginn und Ende der Schonzeit legen die Kantone fest — sie dürfen die Schonzeit verlängern, auf weitere Arten ausdehnen und die Masse erhöhen, aber nie darunter gehen. Deshalb steht auf dieser Seite beides nebeneinander.
Weiter prüfen
Mit dem Checker „Darf ich fischen?" prüfst du für ein konkretes Datum, ob Schleie gerade entnommen werden darf — mit Fundstelle. Das Fangmass für Schleie im Kanton Aargau steht auf einer eigenen Seite, und das Fischereipatent im Kanton Aargau erklärt, welche Berechtigung du überhaupt brauchst.
Mehr zur Art: Schleie — Steckbrief, Köder und Technik. Alle Schonzeiten im Kanton Aargau lassen sich als Kalender abonnieren — mit Erinnerung, sobald Schleie wieder frei wird.
Schleie in anderen Kantonen
Alle Kantone nebeneinander stehen in der Übersicht „Schleie Schonzeit".
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